Schlagwort-Archive: Präimplantationsdiagnostik

PID-Debatte bei Abgeordnetenwatch

An der Bundestagsdebatte über die Präimplantationsdiagnostik (PID) hat mich besonders fasziniert, wie unterschiedlich Abgeordnete aus ein und der selben Partei argumentierten. Die Fraktionsdisziplin war in dieser Frage ja aufgehoben und damit durfte (und musste) sich jeder Parlamentarier seine ganz eigene Meinung bilden. Das war schon in den Reden interessant, weil die Leute ja versuchten, ihre persönliche Haltung mit den Grundsätzen ihrer Parteien zu vereinen. Wie unterschiedlich man entscheiden kann, auch wenn man sich auf die selben Werte beruft!

Mich hat aber auch interessiert, wie bei aller Uneinigkeit quer durchs Parlament die parteipolitischen Trends aussahen und fand die Seite Abgeordnetenwatch.de bei der Frage sehr hilfreich. PID-Debatte bei Abgeordnetenwatch weiterlesen

PID künftig möglich

Der Bundestag hat gerade die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland ermöglicht. Das war lange überfällig. Mir war es schon vor Jahren schleierhaft, warum das Gesetz einen Embryo in der Petrischale besser schützt als einen mehrere Monate alten Fötus, den die Mutter nach Fruchtwasseruntersuchung abtreiben darf. Jetzt sind beide gleichgestellt und die Welt für mich wieder in Ordnung. Ich bin keine Abtreibungsgegnerin, aber Spätabtreibungen bis kurz vor die Geburt, sowas stelle ich mir schrecklich vor – für alle Beteiligten. Und PID wird helfen einige davon zu verhindern. Mit genügend Geld (im Beitrag bei Phoenix war von 11.000 Euro die Rede!) konnte man sich diese medizinische Dienstleistung vorher schon in Belgien, Spanien oder Tschechien kaufen. Jetzt darf es sie für bestimmte Paare auch bei uns geben und zwar auf Krankenkassen-Kosten und somit auch für Leute, die nicht das Geld hätten für einen teuren „PID-Tourismus“!

PID: Wie stimmen Nürnberger Bundestagsabgeordnete?

Die Nürnberger Zeitung hat sich bei unseren Bundestagsabgeordneten hier aus der Stadt umgehört, wie sie stimmen werden. Laut diesem Artikel sind die beiden SPD-Abgeordneten Martin Burkert und Günter Gloser für die begrenzte Zulassung (Hintze-Vorschlag). Auch die CSU-Abgeordete Dagmar Wöhrl tendiert dahin, hat sich aber noch nicht festgelegt. Ihr CSU-Kollege Michael Frieser stimmt für das Verbot von PID, genauso wie Harald Weinberg von den LINKEN.

Morgen Bundestagsentscheidung über PID

Morgen läuft auf Phoenix die Bundestagsentscheidung über die Präimplantationsdiagnostik (9-14 Uhr). Bin sehr gespannt. Die meisten Unterstützer hat die begrenzte Zulassung, aber es gibt noch jede Menge unentschlossene Parlamentarier. Wo wird es sie letztlich hinziehen? Ich würde den Abgeordneten diese Entscheidungshilfe ans Herz legen. Darin argumentiert ZEIT-Autor Martin Spiewak ehrlicher und klarer für die PID als ich es irgendwo sonst bisher gelesen habe. Morgen Bundestagsentscheidung über PID weiterlesen

PID-Debatte zum Nachlesen und -sehen

Wer sich für die Bundestagsdebatte über PID gestern interessiert, findet ein vorläufiges Sitzungsprotokoll auf den Seiten des Bundestages. Im Videoarchiv des Parlamentsfernsehen gibt’s auch die 40 einzelnen Reden zum Anschauen (in der Suche z.B. über: Plenarsitzungen, 14.4.11, oder über das Stichwort Präimplantationsdiagnostik).

Wer’s lieber ein bisschen zusammengefasst mag, liest vielleicht lieber die kurze Meldung „Bundestag ringt um Präimplantationsdiagnostik“ von der Deutschen Welle. Oder den etwas längereren Zeit-Artikel mit Zitaten aus der Debatte „Präimplantationsdiagnosik: Eindringliche PID-Debatte im Bundestag„.

Nachtrag: Der Artikel in der Süddeutschen ist auch gut: Bundestag: Konflikt um PID „Letzte Grenzfragen des Lebens“

PID-Debatte erstaunlich gut

Habe gerade zwei der drei Stunden Debatte im Bundestag auf Phoenix verfolgt. Fand die Reden durchweg gut. Sachlich  fundiert, ganz differenziert, und oft mit sehr viel persönlicher Anteilnahme. War ganz begeistert von unserem Parlament. Ich schau das ja sonst selten, aber auch der Kommentator von Phoenix, Erhard Scherfer, betonte mehrmals wie viele Politiker die Debatte verfolgten, wie wenig Zwischenrufe es gäbe, wie wenig Polemik und persönliche Angriffe.

Was mir noch mehr auffiel: Obwohl ich schon wusste, dass die Gesetzesvorlagen von ganz gemischten Gruppen kommen, hat’s mich trotzdem noch erstaunt wie unterschiedlich die Ansichten innerhalb der Fraktionen sind. Pro und Kontra verläuft entlang keinerlei Parteigrenzen. Klar, die Art der Argumente ist anders je nach Parteizugehörigkeit, aber trotzdem kommen die Leute zu ganz unterschiedlichen Schlüssen, je nach Gewichtung von grundlegender Ethik, von Gesprächen und persönlichen Erfahrungen – z.B. mit betroffenen Paaren, die sich trotz genetischer Vorbelastung ein gesundes Kind wünschen, oder mit behinderten Menschen, die sich durch mögliche Indikationslisten für oder gegen die Einpflanzung von Embryonen, stark diskriminiert fühlen würden.

Fehlt dir was, Embryo?

Letztens hatte ich mal wieder ein „Du bist doch Biologin…“ – Gespräch. Ein Freund von uns hatte im Radio einen Beitrag über Präimplantationsdiagnostik (PID) gehört und fragte sich seitdem, warum es dem Embryo eigentlich nicht schade, wenn man ihm einfach Zellen wegnimmt. „Fehlen die denn danach nicht?“ Fehlt dir was, Embryo? weiterlesen