Ich brauche ein Klugscheißer-Update!

Der Kindergartenkumpel meines 6-jährigen fragte mich mal (nachdem ich ihm erzählt hatte, dass ich Biologin bin), was Biber essen. Ich dachte an die großen Nagerzähne und antwortete: „Hmmh, ich glaube Pflanzen.“ Er starrte mich entgeistert an. „Wieso weißt du das nicht. Als Tierforscherin muss man das doch wissen! Die essen doch Fische!“ Äääh? Vielleicht dachte er an Fischotter?

Aber mit diesem „Du als Biologin müsstest das doch wissen“ kriegen sie mich ja immer wieder. Auch wenn ich weiß, welche Lexikon-Meter Zoologie es allein bedeuten würde zu wissen, was alle Viecher dieser Erde fressen. Sollte ich nicht zumindest die Fragen eines 5-Jährigen zur heimischen Fauna mit einem überzeugenden Kurzvortrag beanworten können?

Ich weiß schon, diesmal lag ich mit meiner Einschätzung ja sogar richtig, aber oft genug, weiß ich „nein, leider nicht, was das für Flecken da auf deiner Zimmerlinde sind“ und kann auch bei komischen Stichen nichts beitragen zur Ermittlung des verursachenden Insekts. Eine Schande ist das!

Mein einziger Trost ist, dass ich nicht allein bin. Ich teile mein Schicksal mit dem fähigen Informatiker, der nicht sagen kann, was das für eine merkwürdige Fehlfunktion im Excel-Programms seiner Tante ist oder mit der kundigen Geographin, die schon mal an den Ansprüchen ihrer Freunde scheitert, wenn es um die Kenntnis eines bestimmten indonesischen Bergs geht.

Hmmh. Aber ändert das was daran, dass ich mich gelegentlich nach einem Klugscheißer-Update sehne? Einer richtig großen, inneren Datenbank für all diese Fragen? Nein.

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