Meine Kinder (11 und 8) wünschen sich seit Jahren zu fast jedem Geburtstag, dass ich mir wieder eine Rallye oder Schatzsuche ausdenke. Früher waren es Kuscheltiere mit verstellter Mama-Stimme, die sie durch’s Programm leiteten, später versteckte ich Zettelchen, inzwischen kommen die Aufgaben vom Smartphone.

„Hmmh, ich glaube, das ist der falsche Garten…“ Mein 8-Jähriger liest noch mal die Aufgabe auf dem Handy-Display und schüttelt den Kopf. „Da!… Da vorne sind die in Form geschnittenen Büsche!“, ruft einer seiner Freunde aufgeregt und rennt mit ausgestrecktem Zeigefinger los. Die Anderen rennen hinterher. Nein, Wellen- oder Quadratform haben diese Büsche eindeutig nicht. „Drück Schraube und Kugel! Schraube und Kugel!“ Die Actionsbound-App belohnt sie mit lautem „Kasching!“ und 100 Punkten. Ein siegreiches „Yeah!“ tönt durch die Jungs-Runde.
Die Actionbound-App im Test: Mit dem Handy auf Schnitzeljagd weiterlesen


Den Kleinen (5) interessiert so was nullkommanull. Am Abend verlangt er stets Geschichten, denn die meisten Sachbücher sind aus seiner Sicht geradezu empörend langweilig. Mit dem Buch über die Technik zu Hause verstehen wie ein Fön funktioniert? Völlig indiskutabel. Da guckt er ganz entgeistert. Und ob ein großer Vogel nun eine Taube ist oder eine Möwe, und ein kleiner Vogel ein Spatz oder eine Meise, wen interessiert das schon?