Von lebenden Milchsäurebakterien und geschummelten Krautwickeln

Ein Teller mit Krautwickel und eine Schüssel mit Joghurt, Ausschnitt

Wie hätten Sie Ihre Milchsäurebakterien denn gerne? Frisch und lebendig (Joghurt) oder gut durchgekocht (Sauerkraut)? Wir hatten sie heute in beiden Formen.

Die Kinder verzehrten sie im Naturjoghurt, wie immer mit Knuspermüsli und Honig. Mit dabei: Unmengen von Streptococcus thermophilus und irgendwelche Lactobacillen dazu. Ganz lebendige Milchsäurebakterien! Naja, ist vielleicht nicht so schockierend, wenn man bedenkt, dass die Zellen in Gemüse-Rohkost und Salat ja auch noch leben, wenn wir sie verspeisen. Dabei fällt mir ein, ob Gesundes bei den Kindern nicht grundsätzlich in roher Form besser ankommt? Könnte was dran sein. Beispiel Paprika: roh – lecker, gekocht – iih, bäh. Andererseits, das Gegenbeispiel Salat ruft noch beeindruckendere Ekeläußerungen hervor.

Auch die Krautwickel kamen bei den Kindern nicht so an. Wir Erwachsenen konnten daher zuschlagen bei den von gestern übrig gebliebenen. Krautwickel sind osteuropäische Kohlrouladen, auch Sarma genannt. In der Originalversion bekommt die Hackfleisch-Reis-Füllung eine Hülle aus fermentierten Kohlblättern. Die gab’s früher bei der kroatischen Verwandtschaft selbst gemacht aus dem Keller. In das Fass kam dazu Weißkohl, aber nicht gehobelt sondern eben in ganzen Köpfen. Heraus kommt genauso Sauerkraut, nur in Form von ganzen Blättern. Ich vermute mal, den verantwortlichen Milchsäurebakterien Leuconostoc mesenteroides und Konsorten ist’s egal… Es gibt solche ganzen Blätter wohl auch in türkischen Gemüseläden zu kaufen, aber bei uns wird geschummelt. Mein Mann nimmt einfach frische Weißkohlblätter zum Wickeln, und holt sich den typischen Geschmack, der sonst fehlen würde, durch normales Sauerkraut, das er in die Soße gibt.

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