Schlagwort-Archive: Psychologie

#symp2015 – Mein Blick aufs Turm der Sinne – Symposium „Gehirne zwischen Liebe und Krieg“- Teil 1

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Ich bin ja eine eher untypische Biologin, weil mich das, was anderen Naturwissenschaftlern oft nur lästig ist, am allermeisten interessiert: Wenn es nämlich knirscht zwischen Biologie und anderen Disziplinen oder wenn Welt- und Menschenbilder sich mit bestimmter wissenschaftlicher Evidenz schwer tun.

Zum Glück teile ich die Leidenschaft für die Debatte an diesen Grenzflächen mit den Mittelfränkischen Humanisten, die das Nürnberger Museum „Turm der Sinne“ betreiben. Jeden Herbst stellen sie ein wunderbares Symposium auf die Beine, wo Hirn- und Verhaltensforscher, Psychologen und Philosophen über Natur und Kultur des Menschen sprechen und mit einem ungewöhnlich breit interessierten Publikum diskutieren. Diesmal lautete das Thema „Gehirne zwischen Liebe und Krieg“.

Das sind meine persönlichen Eindrücke und Gedanken zum ersten Drittel der Vorträge: #symp2015 – Mein Blick aufs Turm der Sinne – Symposium „Gehirne zwischen Liebe und Krieg“- Teil 1 weiterlesen

Mentale Zeitreisen & anderes spezifisch Menschliches – Thomas Suddendorfs Buch „Der Unterschied“

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Für die Molekularbiologen-Leserschaft der englischsprachigen Lab Times habe ich gerade was über „The Gap“ geschrieben (Why Chimps Make Poor Scientists),  das  inzwischen auch auf Deutsch erschienen ist unter dem Titel „Der Unterschied – Was den Mensch zum Menschen macht“.

In der Rezension empfehle das Buch. Und das, obwohl es biologische Themen wie Genetik, Neuroforschung und Entwicklungsbiologie komplett ausklammert. Dafür bietet es aber einen tollen Überblick über die Verhaltensseite der Forschung – die vergleichende Psychologie von Mensch und Tier.

Ergänzend zur Rezension möchte ich hier noch ein wenig dazu erzählen, welches Thema mich in dem Buch besonders faszinierte und wie ich ursprünglich darauf aufmerksam wurde. Mentale Zeitreisen & anderes spezifisch Menschliches – Thomas Suddendorfs Buch „Der Unterschied“ weiterlesen

Auswärts geschrieben: Raus aus der Kuschelecke – über Empathie und das #symp2014 (für LJ online)

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Wenn wir unsere Spiegelneuronen nutzen und viel Oxytocin ausschütten, dann sind wir netter und freundlicher zu Anderen, oder? Darüber wie wenig diese Aussage stimmt, habe ich für’s Laborjournal online geschrieben. Beim diesjährigen „Turm der Sinne“-Symposium zum Sozialen Gehirn fiel mir nämlich auf, dass viele der vortragenden Forscher dieses allzu rosige Bild zu korrigieren versuchten, das in der Öffentlichkeit zum menschlichen Einfühlungsvermögen vorherrscht:

Raus aus der Kuschelecke (30.10.2014) – Je mehr Neuro- und Verhaltensforscher über Empathie, Spiegelneuronen und Oxytocin herausfinden, desto schillernder wird das Bild ihrer Rolle im Sozialleben. Weiterlesen bei Laborjournal online

Anmeldung für „Das soziale Gehirn“ Turm der Sinne – Symposium 2014

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Im Herbst lockt wieder meine Lieblingsveranstaltung in der Region: das Turm-der-Sinne-Symposium. Thema dieses Jahr ist Das soziale Gehirn – Neurowissenschaft und menschliche Bindung (Fürther Stadthalle,  26. bis 28. September 2014)

Ich gehe natürlich hin und kann die Veranstaltung nachdrücklich allen empfehlen, die sich – wie ich – für Themen rund um Hirnforschung, Psychologie und Philosophie begeistern können.

Das Programm ist wieder schön bunt. Die unterschiedlichsten Forscher haben sich angekündigt um Vorträge zu halten über Empathie und über soziale Intelligenz, über Objektwahrnehmung und über Traumatisierung, über Altruismus und über das Trainieren von Emotionen. Vielversprechend!

Online-Anmeldung (mit Frühbucher-Rabatt bis 31.7.)

Auswärts gebloggt: Über Impf-Ängste, die mich selbst überraschten

MMR-Impfstoff2Ich dachte immer, ich sei keine ängstliche Impf-Skeptikerin. Bin ja schließlich Biologin und Fan evidenzbasierter Medizin. Doch als ich entdeckte, dass mir selbst eine Masern-Impfung fehlt, drückte ich mich monatelang vor einer Spritze, die ich doch eigentlich für notwendig hielt.

Weiterlesen bei -> web.de oder gmx

#symp2013 (5) – Walter über die 3. Welle der Biologischen Psychiatrie

TdS Symposium PR Blatt 01-2013 72 DpI RGBDer Psychiater und Hirnforscher Henrik Walter sprach beim diesjährigen Symposium der Sinne über das, was er die dritte Welle der Biologischen Psychiatrie nennt. Sein Vortrag war Anregung auf hohem Niveau – auch wenn er mit jeder Folie so viele neue Informationen lieferte, dass ich am Ende dachte: „Wahnsinnig interessant, aber das muss ich alles noch mal genauer nachlesen!“

Gut also, dass dieses Nachlesen auch möglich ist. Zum einen hat Walter für die Turm der Sinne-Seite seine Folien als PDF zur Verfügung gestellt. Zum anderen finden sich  die meisten im Vortrag erwähnten Informationen und Argumente in dem lesenswerten, englischsprachigen Artikel von ihm in „Frontiers in Psychology“: Walter H (2013) The third wave of biological psychiatry.

Über einen interessanten Aspekt in Vortrag und Veröffentlichung habe ich einen Artikel für Laborjournal Online geschrieben, der heute erschienen ist: Biomarker für Gehirne auf Abwegen. Im Teaser dazu heißt es: „Die 5. Neuauflage der „Bibel“ der Psychiatrie (DSM-5) sieht noch immer keine Biomarker zur Diagnose von psychischen Erkrankungen vor. Forscher aus der Biologischen Psychiatrie  verabschieden sich daher vom DSM als Goldstandard und arbeiten an einer neuen Systematik.“ #symp2013 (5) – Walter über die 3. Welle der Biologischen Psychiatrie weiterlesen

#symp2013 (4) – Kühnen: Warum Individualisten eher ihre Präferenzen manipulieren

TdS Symposium PR Blatt 01-2013 72 DpI RGBDies ist Teil vier meiner Berichte über das Turm der Sinne-Symposium 2013 (hier die Teile eins, zwei, drei) und der vorerst persönlichste. Denn der Vortrag von  Ulrich Kühnen überraschte und beschäftigte mich so, dass ich mich sogar traute, danach eine Publikumsfrage zu stellen.

Der Psychologe zeigte anhand faszinierender Beispiele, wie sehr unser Selbstkonzept nicht nur den Blick auf uns selbst prägt, sondern auch, wie wir die Welt und andere Menschen wahrnehmen. #symp2013 (4) – Kühnen: Warum Individualisten eher ihre Präferenzen manipulieren weiterlesen

#symp2013 (3) – Beckermann über den Blödsinn mit DEM Ich

TdS Symposium PR Blatt 01-2013 72 DpI RGBVon der Stimmung auf dem Turm der Sinne-Symposium 2013 habe ich schon berichtet, genauso wie über die beiden ersten Vorträge des Samstags. Hier kommt nun das, was ich vom lästerlichen Samstag-Vortrag Nr. 3 mitgenommen habe.

Auf  Ansgar Beckermann hatte ich mich schon gefreut, weil er gut verständliche und humorvolle Vorträge hält (und weil ich durch ihn und seinen Symposiumsvortrag von 2011 weiß, wie eigentlich meine Haltung zum Freien Willen genannt wird).

Der Philosoph enttäuschte meine Erwartungen nicht. Ja, er war an diesem Symposium derjenige, der von den anderen Vortragende am meisten erwähnt wurde, wenn auch nicht unbedingt zustimmend. Das lag wohl daran, dass er etwas sehr Grundlegendes in Frage stellte: die Rede von ‚DEM Ich‘ oder ‚DEM Selbst‘. Er hält nämlich die Verwendung der Worte ‚ich‘ und ’selbst‘ als Substantive nicht nur für ungrammatisch, sondern sogar für eine der größten Fehlentwicklungen in der Geschichte der Philosophie, auf einer Stufe mit der Erfindung der Erbsünde durch Augustinus. #symp2013 (3) – Beckermann über den Blödsinn mit DEM Ich weiterlesen

#symp2013 (1) – Salon-Stimmung rund ums Hirn

TdS Symposium PR Blatt 01-2013 72 DpI RGBAm Wochenende war ich auf dem Symposium vom Turm der Sinne und bin randvoll mit neuen Erkenntnissen und interessanten Gedanken-Anregungen. Zentrales Thema diesmal: Bewusstsein, Selbst und Ich. In halbstündigen Vorträgen gaben Hirnforscher, Psychologen und Philosophen Einblick in aktuelle Forschung und schwelende Kontroversen. Ich denke, meine Gedanken dazu reichen gleich für ein paar Blog-Beiträge. Ich nehme mir also Zeit und spüre in diesem ersten Teil der Serie erstmal der speziellen Stimmung der Veranstaltung nach und erkläre, was sie mit Weltanschauungsfragen zu tun hat. #symp2013 (1) – Salon-Stimmung rund ums Hirn weiterlesen

Dies und Das – Lesefreuden, Netzneutralität und Körper-Geist-Interaktionen

fruehling09Ich hab nach vielen Draußen- und Computer-Tagen mal wieder einen Hausfrauen-Tag. Während der Apfelkuchen noch ein paar Minuten in der Röhre bäckt, mein Mann schon mal den Grill anschürt und der Cous-Cous-Salat durchzieht (lecker, DIE Grillbeilagen-Entdeckung bei Chefkoch), kriegt ihr noch ein paar vermischte Meldungen von mir.

Gibt nämlich immer wieder Dinge, über die ich gern schreiben würde, dann aber finde, dass ich noch nicht genug für einen richtigen Beitrag dazu habe. Dachte mir jetzt, dass sowas vielleicht doch auch als Schnipsel- und Link-Sammlung interessant ist für den Einen oder Anderen. Außerdem kann ich euch so gleich noch ein paar Frühlingsfotos von meiner Stadtpark-Tour am Donnerstag zeigen. Dies und Das – Lesefreuden, Netzneutralität und Körper-Geist-Interaktionen weiterlesen