Schlagwort-Archive: Medizin

Auswärts gebloggt: Warum sind Hebammen plötzlich so ein Risiko für die Versicherer?

Zwei Frauen halten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir brauchen Hebammen"
Demo am 8.3.14 in Nürnberg

Die steigenden Haftpflichtbeiträge machen allen Geburtshelfer-Berufen das Leben immer schwerer. Aber die eh gering verdienenden Hebammen trifft das am härtesten. Und mich macht langsam wirklich wütend, dass die Politik seit Jahren dabei zuguckt. In meinen Blog-Außenstellen bei web.de und gmx habe ich drüber geschrieben, was dahinter steckt.

Übrigens:

Für die, die das auch wütend macht, gibt es zwei Petitionen mit der Forderung an die Politik, die Lage für die Hebammen zu verbessern, damit Schwangere und frische Mütter auch in Zukunft auf ihre Betreuung nicht verzichten müssen:

An: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe Lieber Herr Gröhe (@groehe), retten Sie unsere Hebammen! (auf change.org)

Gesundheitsfachberufe – Sicherstellung der flächendeckenden, wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe (direkt beim Deutschen Bundestag)

Auswärts-Bloggen: Erst Gummibärchen und dann der Pieks?

Gummibaerchen-Narkose2Babys weinen weniger bei schmerzhaften Arzt-Behandlungen wie Impf-Spritzen, wenn sie vorher Muttermilch oder etwas anderes Süßes bekommen haben. Beim Auswärts-Bloggen berichte ich über Lektüre zum Thema. Außerdem nehme ich mich der Frage an, ob diese Schmerz-Prophylaxe wohl auch für ältere Kinder funktioniert und was das für die beim Kinderarzt oft üblichen kleinen Geschenke am Ende der Behandlung bedeuten würde. Hier entlang geht’s zum Text bei web.de bzw. bei gmx.

Drüben: Beitrag über meinen Wunsch nach dem Guten ohne die Esoterik

Ich habe mich doch entschieden, die neuen Beiträge in meiner Blog-Außenstelle bei web.de und gmx ab jetzt auch hier anzukündigen und nicht nur bei Facebook. Heute neu erschienen ist:

Ich wünsche mir das Gute. Aber gibt’s das auch ohne Esoterik? Heute muss ich mal jammern. Darüber, dass ich mich bei den alltäglichsten Entscheidungen quer zu den sonstigen Diskussionslinien bewegen muss. Warum fällt es mir nur so schwer, mich für eine Seite zu entscheiden in all den modernen Debatten rund um Ernährung, Umwelt und Medizin? Drüben weiterlesen…

 

#symp2013 (6) – Erbguth über Wachkoma und das abgeschaltete Bewusstsein

TdS Symposium PR Blatt 01-2013 72 DpI RGBEs gab noch ein paar tolle Vorträge beim Turm der Sinne-Symposium im Oktober, über die zu schreiben ich bisher noch nicht gekommen bin. Heute geht’s deshalb weiter mit meiner Reihe. Und zwar mit Frank Erbguth. Der Direktor der Neurologie im Klinikum Nürnberg sprach dort vor 4 Monaten über medizinisch relevante Zustände von abgeschaltetem Bewusstsein.

Ich hatte einige „Ach, so ist das!“-Momente in Erguths Vortrag. So wusste ich vorher nicht, dass ein Koma eigentlich immer ein vorübergehender Zustand ist. Ein Koma ist in den allermeisten Fällen ein Zustand, der innerhalb kurzer Zeit in einen anderen Zustand übergeht – bei Verschlechterung in den Tod, bei Verbesserung zum Aufwachen.

Wenn die Rede davon ist, dass jemand „jahrelang im Koma lag“, ist meist der dritte mögliche Zustand gemeint, in den das Koma übergehen kann: das Wachkoma. Wie der Name schon sagt, ist der Patient dann zwischendurch wach. Sprich: der Schlaf-Wach-Rhythmus ist wieder da. Und auch die Reflexe sind auslösbar. Aber eben nicht viel mehr.

Durch den Vortrag verstehe ich besser, warum dieser Zustand – das Wachkoma – eigentlich so verstörend ist. Das war nicht Erbguths Hauptthema, aber für mich persönlich ein interessante Erkenntnis. Das Wachkoma ist ein Zustand, der fremd wirkt, weil es für ihn im Alltag keine Entsprechung gibt. Zustände wie Ohnmacht, Narkose oder auch das Koma sind im Vergleich dazu unproblematisch, weil sie von außen aussehen als schlafe der Mensch. Dass man dann nicht ansprechbar ist, ist uns klar. Das Wachkoma aber sieht ganz anders aus als der Schlaf. Hier fällt etwas auseinander, was wir sonst immer als zusammenhängend wahrnehmen: Wachheit und Bewusstsein. #symp2013 (6) – Erbguth über Wachkoma und das abgeschaltete Bewusstsein weiterlesen

Rätsel-Auflösung: Kanal-Manipulator

Betaeubungsspritze1
Bitte mal ganz weit aufmachen… nicht erschrecken, jetzt kommt ein kleiner Pieks…

So, liebe Leute, es ist Zeit dafür das Januar-Rätsel aufzulösen und den Gewinner zu verkünden.

Weil es hier ja um Biologie im Alltag geht, waren es diesmal meine Zahnarzt-Besuche der letzten Wochen, die den Stoff für’s Rätsel lieferten. Genauer gesagt: die Betäubungsspritzen, die damit einher gingen. Rätsel-Auflösung: Kanal-Manipulator weiterlesen

Rätsel des Monats: Kanal-Manipulator

Oh Schreck, schon der letzte Tag im Januar! Allerhöchste Zeit für das Rätsel des Monats.

Heute suche ich Stoffe mit einer bestimmten medizinischen Funktion. Mir wurden sie in den letzten Wochen gleich mehrmals verabreicht. Die damit verbundenen Arzt-Termine waren übrigens einer der Gründe, warum es hier im Blog sehr ruhig war. Rätsel des Monats: Kanal-Manipulator weiterlesen

Erkältet? Meine liebsten Hausmittelchen

Ingwer-TeeDieser Text erschien zuerst bei web.de und gmx.

Was hilft wirklich bei Erkältung? Ehrlich gesagt nicht viel. Sprich: Da müssen wir einfach durch. Ich habe für mich aber ein paar Hausmittelchen gefunden, die mir den Weg durch die Erkältung etwas erträglicher gestalten.

Als es mich letztens wieder erwischte – pünktlich zur Hochphase der Weihnachtsvorbereitung natürlich – habe ich die Gelegenheit genutzt, mal zu fotografieren, was ich mir gerne zusammenbraue, weil es mir gut tut. Erkältet? Meine liebsten Hausmittelchen weiterlesen

Nicht nur für Vergessliche und den Impfskeptiker-Nachwuchs

BZgA_DSDI_1-1-Anzeige_Waschmaschine-212x300Da denkt man, man sei durchgeimpft und dann das: Mir fehlt eine Masern-Impfung!

Ich muss zugeben: Als ich die Poster der derzeitigen Impf-Kampagne in den Bushäuschen sah, dachte ich nur: Aha, jetzt wollen sie die Jugend erreichen, damit die die Impfungen nachholt, die ihre impfskeptischen Eltern nicht wollten. Nice try!

Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass mich das Thema selbst auch betreffen könnte. Bin schließlich als Kind brav nach dem empfohlenen Schema geimpft worden.

Dass es mich doch betrifft, merkte ich erst als ich über den immunblog auf die Kampagnen-Seite bei impfen-info.de gelockt wurde und eher spaßeshalber mal den Test dort gemacht habe (ja, dafür sollte man seinen Impfpass gefunden haben). Raus kam zu meiner Überraschung, dass mir die zweite Spritze fehlt.

Bei meiner MMR-Impfung 1979 dachte man noch, dass EIN Impftermin reicht für die Immunisierung. Stimmt aber nicht. Heute weiß man: wir brauchen zwei für einen dauerhaften Schutz. So wie es bei meinen Jungs auch gemacht wurde.

Ich hab‘ mir jetzt zerknirscht einen Arzttermin geben lassen. Und fühlte mich peinlich berührt an die Fahrradhelm-Geschichte erinnert. Jahrelang hatte ich drauf bestanden, dass die Kinder Helme tragen und bin daneben ohne gefahren. Ich argumentierte damit, dass ich schließlich seit dreißig Jahren nicht mehr vom Fahrrad gefallen sei. Seit einiger Zeit lässt mein Großer das nicht mehr gelten und meint, dass er NUR einen trage, wenn ICH einen trage. Im Auto müssten sich schließlich auch ALLE anschnallen… es ist ein Fluch manchmal mit diesen schlauen Kindern… 😉

(Und nein, dies ist kein bezahlter Post. Nur für den Fall, dass sich einer so was fragt… ;-))

Von „attraktivem Wandschmuck“ und entfernten Brustdrüsen

Stammbaum_der_Medizin
© Einhorn-Presse Verlag

Momentan arbeite ich ja nicht als freie Wissenschaftsjournalistin. Weil ich das aber mal ein paar Jahre gemacht habe, stehe ich auf allerhand Journalisten-Listen und kriege einen regelmäßigen Strom von Pressemitteilungen ins Mail-Fach. Die meisten davon klicke ich schnell weg. Manche lese ich aus persönlichem Interesse. Aber noch nie war etwas dabei, worüber ich in der Wissensküche berichten wollte. Bis jetzt! Da kam mal wieder eine Mail vom Einhorn-Presse-Verlag, die ich tatsächlich las. Sie wollte meine Aufmerksamkeit auf den „attraktiv gestalteten Stammbaum der Medizin“ lenken, einen Wandschmuck, der laut Presse-Info interessant sei „für Mediziner, Studenten und Medizininteressierte aus Klinik, Praxis, Universität und Pharma“. Keine Ahnung, ob das Poster so hübsch ist, aber wenn’s nach mir ginge, würde ich mir im Wartezimmer viel lieber mit so was die Zeit vertreiben als mit den ollen Zeitschriften. Also, liebe niedergelassenen Ärzte, zu denen ich gehe: Bitte kaufen! Muss auch nicht die Manufaktur-Edition aus Bronzeguss sein. Mir reicht das einfache Poster für 29,- Euro … 😉

Wem das jetzt noch nicht genug Medizin für den Tag war und wer auch noch nicht genug hat von Angelina Jolie und ihrer vorsorgenden Brust-OP:

Die bloggende Frauenärztin und Buchautorin „Heldin im Chaos“ klärt auf, dass zwischen der Entfernung von Drüsengewebe und der Amputation der ganzen Brust ein großer Unterschied besteht. Außerdem gibt’s ein paar professionelle Gedanken zur Erblichkeit von Krebs (selten) und dem Umgang mit dem Risiko.

Noch mehr Cochrane

Nach meinem Beitrag zum Cochrane-Jubiläum von letztem Mittwoch ging ich wühlen und hab auch den Artikel wiedergefunden, für den ich damals mit Gerd Antes gesprochen hatte.  Ich denke, es ist kein schnell veraltendes Wissen dabei, deshalb stell‘ ich ihn mal online – für die unter euch, die sich schon immer mal in die Unterschiede verschiedener Typen klinischer Studien einlesen wollten: Laborjournal-Artikel von 2006 (PDF).

Außerdem stieß ich über eine Seite bei Cochrane.de auf eine schöne Sendung im Schweizer Radio Die medizinischen Besserwisser – 20 Jahre Cochrane Collaboration. Keine Angst, sie ist nicht auf Schwyzerdütsch. Und sie lohnt sich. Erklärt die Besonderheiten und die Historie von Cochrane und beleuchtet auch den aktuellen Kampf mit dem Pharma-Unternehmen Roche um die Herausgabe aller Studiendaten über das Grippemittel Tamiflu. Die Tamiflu-Geschichte ist auch politsch von Bedeutung, weil viele Länder das Zeug für viel Geld eingelagert haben – in der Angst vor einer Grippe-Pandemie. Aber wie wirksam und wie sicher ist Tamiflu wirklich? Das lässt sich erst beurteilen, wenn Roche die Ergebnisse ALLER Studien veröffentlicht – und nicht nur von einem Teil.