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Mein Interview mit dem Verhaltensforscher Norbert Sachser

Prof_Sachser
Foto: AG Sachser, Uni Münster

Vor mehr als zehn Jahren, am Ende meines Bio-Studiums, hielt der Verhaltensforscher Norbert Sachser an meiner Uni in Erlangen einen Vortrag über die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe in Münster. Dieser Vortrag hat mich damals sehr beeindruckt. Er berichtete darüber, was er mit seinen Kollegen über den Einfluss der sozialen Umwelt auf das Verhalten von Meerschweinchen rausgefunden hatte.

So hatten sie unter anderem zeigen können, dass Meerschweinchen sich anders verhielten, je nachdem in welcher sozialen Umwelt ihre Mütter gelebt hatten, wenn sie mit ihnen trächtig waren. Hatten die Meerschweinchen-Mütter Stress gehabt in der Trächtigkeit, merkte man das ihrem Nachwuchs später an. Wobei der Effekt auch vom Geschlecht der Jungen abhing. Die Töchter der gestressten Mütter wurden durch den pränatalen Einfluss im späteren Leben maskuliner, ihre Söhner dagegen infantiler.

Mäuse
Foto: AG Sachser, Uni Münster

Am Ende des Vortrags erzählte Sachser damals, dass er Fragestellungen wie diese nun ausweiten wolle auf die Genetik. Und dass er mit seiner Arbeitsgruppe gerade dabei sei, Versuche an genetisch veränderten Mäusen zu entwickeln, die zeigen sollen, wie sich Einflüsse der sozialen Umwelt vor verschiedenen genetischen Hintergründen auf das Verhalten auswirken.

Fürs Laborjournal, einem Magazin für Molekularbiologen, habe ich mit ihm nun über die Erkenntnisse gesprochen, die diese Maus-Studien zu Gen-Umwelt-Interaktionen in den letzten Jahren brachten. Das für mich auch wieder hochinteressante Interview ist in der aktuellen Printausgabe auf S. 28 erschienen. Auf der Wissensküche-Seite mit meinen journalistischen Texten gibt’s das Sachser-Interview auch als PDF.

So beginnt der Artikel:

Dynamische Dreierbeziehung

In der guten alten Debatte „Nature versus Nurture“ sind die Zeiten des Entweder-Oder endgültig vorbei. Der Münsteraner Verhaltensforscher Norbert Sachser berichtet über seine Forschung zu Gen-Umwelt-Interaktionen – und einiges mehr: Wie gerade ein neues Verständnis von Verhalten entsteht; wie sich Umwelt und genetische Faktoren gegenseitig beeinflussen; warum die Rede von Risiko-Genen in die Irre führt; und auf welche Weise Tierstudien den Blick auf menschliche Erkrankungen verändern. -> Zum PDF des Interviews.

Bio-Veranstaltungstipp + Archiv-Artikel zu Korruption

Veranstaltungstipp für alle aus Nürnberg und Umgebung, die sich für Biologie interessieren: Die Vortragsreihe „Erforschung des Lebendigen“ im Nürnberger Planetarium. Damit der Post aber nicht nur für die Franken interessant ist, gibt’s dazu noch ein Link in mein Archiv, auf einen relativ zeitlosen Artikel, für den ich damals auch einen der jetzt Vortragenden interviewt hatte. Bio-Veranstaltungstipp + Archiv-Artikel zu Korruption weiterlesen

Noch mehr Cochrane

Nach meinem Beitrag zum Cochrane-Jubiläum von letztem Mittwoch ging ich wühlen und hab auch den Artikel wiedergefunden, für den ich damals mit Gerd Antes gesprochen hatte.  Ich denke, es ist kein schnell veraltendes Wissen dabei, deshalb stell‘ ich ihn mal online – für die unter euch, die sich schon immer mal in die Unterschiede verschiedener Typen klinischer Studien einlesen wollten: Laborjournal-Artikel von 2006 (PDF).

Außerdem stieß ich über eine Seite bei Cochrane.de auf eine schöne Sendung im Schweizer Radio Die medizinischen Besserwisser – 20 Jahre Cochrane Collaboration. Keine Angst, sie ist nicht auf Schwyzerdütsch. Und sie lohnt sich. Erklärt die Besonderheiten und die Historie von Cochrane und beleuchtet auch den aktuellen Kampf mit dem Pharma-Unternehmen Roche um die Herausgabe aller Studiendaten über das Grippemittel Tamiflu. Die Tamiflu-Geschichte ist auch politsch von Bedeutung, weil viele Länder das Zeug für viel Geld eingelagert haben – in der Angst vor einer Grippe-Pandemie. Aber wie wirksam und wie sicher ist Tamiflu wirklich? Das lässt sich erst beurteilen, wenn Roche die Ergebnisse ALLER Studien veröffentlicht – und nicht nur von einem Teil.

Erster Post-Babypausen-Artikel

Vorgestern ist er nun erschienen, mein erster Post-Babypausen-Artikel beim Laborjournal. Für’s März-Heft hab ich mich mit Kurzmeldungen warm geschrieben, im April-Heft gibt’s jetzt was Größeres über behinderte Biowissenschaftler. Der Artikel „Barrierefreie Forschung“ eröffnet damit auch mein neues Archiv, zu finden unter Journalistische Artikel. Ja, die alten Artikel sollen auch irgendwann da rein, wenn ich Zeit und Lust finde, sie da reinzuschaufeln…

Blogroll

Ich wage mich einen Schritt weiter in mein neues Leben als Bloggerin und habe eine Blogroll angelegt mit allem, was ich in den letzten Monaten schätzen gelernt habe. Blogroll weiterlesen