Schlagwort-Archive: Buch

Wissensbücher für den Urlaub

Bei uns wird (fast) jeden Abend eine Gutenacht-Geschichte serviert, für jeden der Jungs eine. Nach dem Zähneputzen heißt es: „Such‘ dir mal ein Buch aus!“ Das machen wir im Urlaub natürlich auch. Wenn wir mal für ein paar Tage zu den Großeltern fahren, greife ich vorher einfach mal beherzt in die Kiste mit Pixi-Büchern. Man will ja keine großen oder gar gebundene Bücher durch die Republik karren. Aber manchmal will man ja auch mal was Neues. Wissensbücher für den Urlaub weiterlesen

Parasiten-Faszination

Hab ich schon erwähnt, dass ich Carl-Zimmer-Fan bin? Ich habe letztes Jahr einen ganzen Stapel seiner Bücher bestellt und arbeite mich langsam durch. Auch sein Buch über Parasiten (von 2000) enttäuschte mich nicht: Parasite Rex*
Es kommt zwar vom Cover etwas zu grell daher, aber innen ist es ganz Carl Zimmer. Einfach gut recherchierte und gekonnt aufbereitete Informationen, zu wunderbaren Geschichten gegossen – anschaulich und reportage-artig hier, erklärend und vertiefend dort, verwoben mit Wissenschaftsgeschichte und Anekdoten über die Art wie unser gesellschaftliches Bild von Parasiten sich gewandelt hat. Parasiten-Faszination weiterlesen

Die 4-Std-Arbeitswoche für Autoren?

Ausschnitt vom BuchcoverWäre das nicht was? Ein halbes Jahr lang schnorcheln und unter Pinien schlafen, statt nur zwei Wochen im Sommerurlaub? Oder noch besser: Für ein paar Wochen/Monate mit der Familie auf einem Boot unterwegs sein, mal in der einsamen Bucht Halt machen, mal in der lebendigen Hafenstadt, sich treiben lassen, die Nase im Wind?

Wintertage sind doch ideal für Träume wie diese. Wintertage, an denen ich Eis von Autoscheiben kratzen muss und mir aus dem Spiegel ein paar rotgeränderte Schnupfenaugen  entgegenblicken (ja, der Kleine hat mich natürlich angesteckt…)

Hilfe für die ernsthafte Umsetzung solcher Phantasien verspricht „The 4-Hour Workweek“ von Timothy Ferris. Ich kann nicht leugnen, dass es mir etwas peinlich ist, mir das bestellt zu haben. „Wie werde ich reich?“-Ratgeber gehören sonst nicht zu meiner bevorzugten Lektüre. Ökonomisches Interesse hat mir noch nie jemand nachgesagt. Ich lese ja nicht mal den Wirtschaftsteil in der Zeitung. Aber diese Verheißung! Du kannst alles haben. Du kannst leben, wo du willst. Machen, was du willst. Finanziert von einem automatisierten Geschäft, das deiner Anwesenheit und Arbeitszeit nicht bedarf. Die 4-Std-Arbeitswoche für Autoren? weiterlesen

Oh, elende Prokrastination…

Gestern bekam ich eine nette Mail. Neben einem Lob für meine Blog-Anfänge (danke, danke!), fand ich darin diesen Satz: „Sollte Dir mal ein Buch in die Hände fallen, das verrät, wie man erfolgreich Schreibekel therapieren kann, lass‘ es mich bitte wissen…“ Ha, wie der Zufall es will, liegt genau so ein Buch gerade auf meinem Nachttisch. Es heißt“A Writer’s Coach“ von Jack Hart (bei Amazon* kann man mal reinlesen). Ich bin erst auf S. 45 und muss sagen: Der legt den Finger auf jede Wunde! Eine heilsame Kur für jeden professionellen Prokrastinator… Oh, elende Prokrastination… weiterlesen

Wenn Geisteswissenschaftler über Biologie schreiben

Schade! Prechts Buch “Liebe. Ein unordentliches Gefühl” hat mich enttäuscht. Hatte es vor ein paar Wochen als Taschenbuch beim Einkaufen liegen sehen und mitgenommen, weil ich mir eine eloquente Reise in die Natur- und Kulturgeschichte der Geschlechter erhofft hatte. Fand es auch so passend zum Symposiumsbesuch. Im ersten Drittel geht es auch um genau die gleichen Themen: Mann und Frau und ihr Verhalten. Wie viel ist Natur, wie viel ist Kultur? Leider kann Precht dabei seine Prägung als Philosoph und Geisteswissenschaftler nicht überwinden. Man merkt, er bemüht sich um eine unvoreingenommene Sicht. Er ringt mit sich, geht ein Stück in die vermittelnde Richtung, stellt die Pole gegenüber – Soziobiologie auf der einen, feministische Genderforschung auf der anderen, bemerkt, dass beide zu extreme Positionen einnehmen. Aber dann, statt das Verhältnis Natur/Kultur mal aufzudröseln und darzustellen, was wir schon wissen über die Macht beider Sphären und über ihre Wechselwirkungen, schlägt er sich – mir nichts dir nichts, ohne Übergang – auf die Seite der Kultur. Keine Begründung dazwischen, keine Herleitung, nichts. Er ist ganz Geisteswissenschaftler, wenn er resümiert: “Das instinktive Verhalten der Gladiatorfrösche, Grauen Würger und Menschen ist qualitativ nicht das gleiche. Menschen sind von Amphibien und Vögeln völlig getrennt durch die höchst variantenreiche menschliche Kultur.” Man beachte die Formulierung “völlig getrennt”. Die Abscheu der Geisteswissenschaftler davor mit den Tieren gemein gemacht zu werden, ist einfach riesig. Sie spricht auch bei Precht aus jedem Kapitel. Und dieses Unbehagen gegenüber den Biologen! Mal sind sie ihm zu forsch, mal geißelt er ihre unterkomplexen (!) Theorien. Ja, was denn nun? Wenn Geisteswissenschaftler über Biologie schreiben weiterlesen