Schlagwort-Archive: Biologie

Gentech – ja, und?

Es ist wirklich nicht so, dass ich mich gerne unbeliebt mache. Ähnlich wie beim Thema Homöopathie, gehe ich Diskussionen zu „Genfood“ gerne aus dem Weg. Standard-Meinung ist ja bekanntlich, dass Gentechnik gefährlich ist. Bisher spricht da nicht so viel für. Aber das interessiert niemanden. Das darf man auch nicht sagen. Denn „die Langzeitfolgen sind natürlich unabsehbar“. Was soll man diesem Totschlag-Argument schon entgegensetzen? Gentech – ja, und? weiterlesen

Mikroskopie-geschädigt?

eine Küchenpapier-Rolle„Das musst du mal probieren: mit dem einen Auge auf deine Handfläche schauen, mit dem anderen durch eine Küchenpapier-Rolle auf ein Bild. Das gibt tolle Effekte. Das Hirn schaltet immer hin und her zwischen Bild und Hand, überlagert beides dann, bis das Bild völlig verschwindet und man nur noch die Hand sieht. Das Bild wird einfach weggerechnet. Wupp!“ Mikroskopie-geschädigt? weiterlesen

Gehirne kneten

Bei der Recherche für meinen ersten Post-Babypausen-Artikel für das Laborjournal (dazu später mehr) stolperte ich über eine nette Idee. Um seinen Psychologie-Studenten die Hirnanatomie nahe zu bringen lässt der Neurowissenschaftler Onur Güntürkün sie aus farbiger Knete Gehirnmodelle modellieren. Mehr dazu im Video:

Das menschliche Gehirn – ein Mal- und Bastelkurs (bei Google Videos)

Ob das wohl schon was für meine Jungs wäre bei der nächsten Knet-Session? Wer sich für Dinosaurier-Ausgrabungssets interessiert oder Arztkoffer-Abhör-Spiele, den kann ich damit vielleicht auch begeistern? … 😉

Star Trek Biologie

Wenn man krank ist, darf man den ganzen Tag im Schlafanzug bleiben, mit Wärmflasche im Bett liegen und lesen. Und ja, man darf sich auch abends, wenn die Kinder im Bett sind, ganze Staffeln von Star Trek zu Gemüte führen. Gut, dass sich mein Gatte in einem Anflug von Sentimentalität einen Stapel Raumschiff Voyager-DVDs bestellt hatte.

Captain Janeway hat es ja besonders schwer. Ein Unglück hat ihr Schiff in den Delta-Quadranten verschlagen. Abgeschnitten vom Rest der Sternenflotte muss sie und ihre Crew mit allen Bedrohungen alleine fertig werden. Star Trek Biologie weiterlesen

Ich brauche ein Klugscheißer-Update!

Der Kindergartenkumpel meines 6-jährigen fragte mich mal (nachdem ich ihm erzählt hatte, dass ich Biologin bin), was Biber essen. Ich dachte an die großen Nagerzähne und antwortete: „Hmmh, ich glaube Pflanzen.“ Er starrte mich entgeistert an. „Wieso weißt du das nicht. Als Tierforscherin muss man das doch wissen! Die essen doch Fische!“ Äääh? Vielleicht dachte er an Fischotter?

Aber mit diesem „Du als Biologin müsstest das doch wissen“ kriegen sie mich ja immer wieder. Auch wenn ich weiß, welche Lexikon-Meter Zoologie es allein bedeuten würde zu wissen, was alle Viecher dieser Erde fressen. Sollte ich nicht zumindest die Fragen eines 5-Jährigen zur heimischen Fauna mit einem überzeugenden Kurzvortrag beanworten können? Ich brauche ein Klugscheißer-Update! weiterlesen

Wo wir grad bei Geisteswissenschaftlern sind

Noch mal zum bereits erwähnten Symposium vom Turm der Sinne 2010 in Nürnberg. Mich hat mal interessiert, was der Moderator der Podiumsdiskussion am Schluss eigentlich über die Veranstaltung gebloggt hat. Und ha, endlich klärt sich auf, warum er für einen Moderator so ungewöhnlich viel selbst zu sagen hatte (so viel, dass mehrmals laute Rufe aus dem unruhigen bis ungehaltenen Publikum schallten). Er schreibt nämlich, dass ein bisschen mehr Dissonanz und Widerspruch der Veranstaltung gut getan hätte und meint damit, dass da feministische Naturwissenschaftskritik und radikaler Diskurskonstruktivismus gefehlt haben. Komisch, mir haben die so gar nicht gefehlt. Was mir allerdings gefehlt hat, war ein Moderator, der die Diskussion derjenigen Leute leitet, die tatsächlich da sind und nicht die Stimmen derjenigen versucht zu ersetzen, die ihm fehlen… ;-)

Wenn Geisteswissenschaftler über Biologie schreiben

Schade! Prechts Buch “Liebe. Ein unordentliches Gefühl” hat mich enttäuscht. Hatte es vor ein paar Wochen als Taschenbuch beim Einkaufen liegen sehen und mitgenommen, weil ich mir eine eloquente Reise in die Natur- und Kulturgeschichte der Geschlechter erhofft hatte. Fand es auch so passend zum Symposiumsbesuch. Im ersten Drittel geht es auch um genau die gleichen Themen: Mann und Frau und ihr Verhalten. Wie viel ist Natur, wie viel ist Kultur? Leider kann Precht dabei seine Prägung als Philosoph und Geisteswissenschaftler nicht überwinden. Man merkt, er bemüht sich um eine unvoreingenommene Sicht. Er ringt mit sich, geht ein Stück in die vermittelnde Richtung, stellt die Pole gegenüber – Soziobiologie auf der einen, feministische Genderforschung auf der anderen, bemerkt, dass beide zu extreme Positionen einnehmen. Aber dann, statt das Verhältnis Natur/Kultur mal aufzudröseln und darzustellen, was wir schon wissen über die Macht beider Sphären und über ihre Wechselwirkungen, schlägt er sich – mir nichts dir nichts, ohne Übergang – auf die Seite der Kultur. Keine Begründung dazwischen, keine Herleitung, nichts. Er ist ganz Geisteswissenschaftler, wenn er resümiert: “Das instinktive Verhalten der Gladiatorfrösche, Grauen Würger und Menschen ist qualitativ nicht das gleiche. Menschen sind von Amphibien und Vögeln völlig getrennt durch die höchst variantenreiche menschliche Kultur.” Man beachte die Formulierung “völlig getrennt”. Die Abscheu der Geisteswissenschaftler davor mit den Tieren gemein gemacht zu werden, ist einfach riesig. Sie spricht auch bei Precht aus jedem Kapitel. Und dieses Unbehagen gegenüber den Biologen! Mal sind sie ihm zu forsch, mal geißelt er ihre unterkomplexen (!) Theorien. Ja, was denn nun? Wenn Geisteswissenschaftler über Biologie schreiben weiterlesen