Oh, elende Prokrastination…

Gestern bekam ich eine nette Mail. Neben einem Lob für meine Blog-Anfänge (danke, danke!), fand ich darin diesen Satz: „Sollte Dir mal ein Buch in die Hände fallen, das verrät, wie man erfolgreich Schreibekel therapieren kann, lass‘ es mich bitte wissen…“ Ha, wie der Zufall es will, liegt genau so ein Buch gerade auf meinem Nachttisch. Es heißt“A Writer’s Coach“ von Jack Hart (bei Amazon* kann man mal reinlesen). Ich bin erst auf S. 45 und muss sagen: Der legt den Finger auf jede Wunde! Eine heilsame Kur für jeden professionellen Prokrastinator… Oh, elende Prokrastination… weiterlesen

Warum oller Fisch stinkt

Ich hatte eine Fortsetzung der Geheimnisse des Fischfleisches versprochen, wenn es denn mal wieder auf den Tisch kommt. Gestern war es so weit, mit ein paar gebratenen Seeteufel-Schwänzen zu Gemüse-Nudeln. Ein guter Anlass, da weiterzumachen, wo ich aufgehört hatte.

zugehaltene NaseWas ich nämlich im Kapitel über Fische bei McGee auch interessant fand, ist die Erklärung dafür, warum alter Fisch so erbärmlich zu stinken anfängt. Es hat wieder etwas mit den Besonderheiten des Wassers zu tun: in diesem Fall mit dem Kampf der Fischzellen gegen die Gesetze der Osmose.

Die Welt hat diesen Hang nach Ausgleich von Konzentrationsunterschieden, den man Diffusion nennt. Können nicht alle Stoffe so diffundieren wie ihre Natur sie drängt, weil etwa eine sogenannte semipermeable Membran sie hindert, dann kommt’s zur Osmose. Das heißt in der Biologie und ihren Zellen meist: Rein- oder Rausfließen von Wasser. Weder das eine noch das andere tut Zellen besonders gut.

Das Problem der Meerwasserbewohner: sie atmen und schlucken ständig Seewasser mit einem Salzgehalt von um die 3%. Ihre Zellen aber haben nur 1% Salz. Um nicht durch Osmose ihre Zellflüssigkeit ans Meer zu verlieren, füllen sie ihre Zellen mit Aminosäuren und chemischen Verwandten, den Aminen. In den unterschiedlichen Tiergruppen entstanden evolutionär jeweils etwas verschiedene Lösungen dieses ozeanischen Problems.

Krebs- und Muschel-Zellen häufen das süß schmeckende Glycin an sowie den bekannten Geschmacksverstärker Glutamat. Seefische verlassen sich eher auf das geschmacksneutrale TMAO (Trimethylaminoxid). Nach der Schlachtung wandeln Bakterien und fischeigene Enzyme das harmlose TMAO allerdings in TMA um (Trimethylamin), das für den Gestank älteren Seefisches verantwortlich ist.

Hochwasser-Watching

Eigentlich stand bei uns gestern Schwimmbad auf dem Programm. Unter anderem wegen des penetrant schönen Sonnenscheins wurde aber umdisponiert und ein sonntäglicher Familienausflug draus. Die Kinder stiegen also behelmt auf’s Fahr-bzw. Laufrad und wir stiefelten hinter ihnen her zum Sonntagsspaziergang in den Pegnitzauen.

Man hätte ahnen können, dass dieser Spaziergang eher zum Hochwasser-Watching wird. Denn zwischen Erlenstegen und Ebensee im Osten von Nürnberg, wo es uns hinzog, herrscht natürlich Landunter wie an vielen Orten im Moment. Das Flussbett der Pegnitz und der Langsee haben sich in Stromschnellen verwandelt in einem flachen See aus überfluteten Wiesen und Wegen. Hochwasser-Watching weiterlesen

Für Vorschulforscher und Weltentdecker

Felix auf Forscherreiseein Teil des Inhalts vom Experimentierkasten: Forschertagebuch, Weltkarte mit Route, Experimentierbecher, Postkarte, Aufkleber: Der beliebte Reisehase macht Experimente in aller Welt – und kleine Kartenliebhaber und Vorschulforscher machen mit.

Die Geschichten vom Kuschelhasen Felix, der auf Reisen geht und Briefe nach Hause schickt, sind bei unseren Jungs sehr beliebt. Besonders bei Autofahrten laufen die Hörspiele rauf und runter.

Seit Oktober steht hier nun auch der Kosmos-Experimentierkasten von Felix. Er verbindet kleine Erforschungen von Naturphänomenen mit der Vermittlung geografischen Wissens. Wo liegt Madagaskar? Und wie sieht die russische Flagge aus?

Auf unserer letzten Experimentierreise besuchten wir Felix‘ Forscherstation in Grönland. Auf einer Postkarte erzählt Felix über Eisberge. Im Forschertagebuch steht, wie man Eiswürfel angeln kann: Faden auf  Eiswürfel, bis 5 zählen, ziehen… geht nicht? Hmmh, dann vielleicht ein bisschen Salz auf den Faden? Ja, jetzt klappt’s.

Der kleine Forscher diktiert Mama die Ergebnisse. Wir lesen eine kleine Erklärung, warum’s mit Salz plötzlich geht. Taut an und gefriert dann wieder, mit dem Faden drin. Wunderbar! Felix‘ Postkarte bekommt die passende Briefmarke und ein weiterer Ort auf Weltkarte kriegt Besuch von dem Wollfaden, der unsere Reiseroute markiert.

Dieses Gesamtpaket ist genau richtig für den Großen. Er ist inzwischen geschickt genug um viel selbst hinzukriegen bei den Experimenten. Und noch dazu treibt ihn eine enzyklopädische  Wissenssammel-Wut. Gerade die Länderkunde hat im letzten Jahr bei uns einen Boom erlebt – dank des Eurovision Song Contest und der Fußball-WM. Die Teilnehmer beider Großveranstaltungen, ihre Ergebnisse und die Flaggen ihrer Länder beschäftigen ihn heute noch. So wunderte er sich letztens, dass ich die Flagge von Georgien nicht erkenne, die er gemalt hat. „Die waren doch beim Singwettbewerb!“ Mensch, Mama!

Felix auf Forscherreise*, Experimentierkasten, empf. ab 6 Jahren, mit Materialien für 20 Experimente, um die 25 Euro

* mit dem Sternchen kennzeichne ich Partner-Links im Text (mehr dazu im Werbe-Disclaimer)

Husten-Hausmittelchen

Hand hält Löffel mit Zwiebel-Hustensaft
Mach Aaah!

Letzte Woche wollte meine Stimme nicht mehr… krächz, krächz… wurde leiser und leiser. Dazu trieb mich der Hustenreiz regelmäßig schon um 6 Uhr aus dem Bett. Meine Schwiegermutter empfahl mir einen selbstgemachten Zwiebel-Hustensaft, der super geholfen hat. Konnte schon nach ’nem Tag wieder reden und der Schleim löste sich auch besser. Husten-Hausmittelchen weiterlesen

Ich brauche ein Klugscheißer-Update!

Der Kindergartenkumpel meines 6-jährigen fragte mich mal (nachdem ich ihm erzählt hatte, dass ich Biologin bin), was Biber essen. Ich dachte an die großen Nagerzähne und antwortete: „Hmmh, ich glaube Pflanzen.“ Er starrte mich entgeistert an. „Wieso weißt du das nicht. Als Tierforscherin muss man das doch wissen! Die essen doch Fische!“ Äääh? Vielleicht dachte er an Fischotter?

Aber mit diesem „Du als Biologin müsstest das doch wissen“ kriegen sie mich ja immer wieder. Auch wenn ich weiß, welche Lexikon-Meter Zoologie es allein bedeuten würde zu wissen, was alle Viecher dieser Erde fressen. Sollte ich nicht zumindest die Fragen eines 5-Jährigen zur heimischen Fauna mit einem überzeugenden Kurzvortrag beanworten können? Ich brauche ein Klugscheißer-Update! weiterlesen

Rätsel der Woche: Nadelförmiger Knochen am Hühnerschenkel

Ja, ich gebe es zu. Ich gehöre zu denen, die es mögen, Fleisch vom Knochen zu nagen. Es muss aber ordentlich Fleisch dran sein. Mit Rippchen oder Chicken Wings macht man mich nicht glücklich. Mit einem Hähnchenschenkel ist das sehr viel wahrscheinlicher. Da kann ich meine Zähne reinschlagen, hab knusprige, fettige Haut und darunter saftige Fleischstränge. Wenn das nichts ist … 😉

Doch was ist das eigentlich für ein spitz zulaufender kleiner Knochen, der sich da an einen der großen Knochen schmiegt? An den erinnert sich bestimmt jeder, der schon mal einen Hähnchenschenkel verspeist hat. Ja, dieses nadelförmige Ding, mit dem man so schön die Zahnzwischenräume von Fleischresten befreien kann, wenn man allein ist. Ähem… Das soll mein erstes Rätsel sein. Die Auflösung und mehr zum Thema kommt in der nächsten Woche! Wer weiß es? Oder recherchiert’s zuerst? Ich möchte wissen: Wie heißt der Knochen? Und: welchem Teil unseres Beines entspricht er? Zu gewinnen gibt es nichts – außer Ruhm und Ehre natürlich…

Wo versteckst du dich, Herpi?

Da blüht er nun wieder an meinem Unterlippenrand, mein verhasster Weggefährte Herpes simplex). Ich nenne ihn – aufgrund jahrelang gewachsenen Vertrautheit Herpi. Es muss nur jemand am Abend von Fliegenmaden reden oder etwas ähnlich Ekeligem und schon am nächsten Morgen ist er da. Ein verräterisches Jucken, ein leichte Schwellung und schon zücke ich ein Zovirax-Tübchen und sage: Hello again, dear Herpi!

Eingefangen hab ich ihn mir natürlich, wie könnte es anders sein, vom ersten Freund beim Knutschen mit 16. Das ist ebenso dämlich wie es alltäglich ist, nehme ich an. Seitdem hat es sich Herpi also bei mir als Untermieter gemütlich gemacht. Persistenz nennt der Virologe diese Eigenschaft, die Herpi mit seiner Viren-Verwandtschaft, den Herpesviridae, teilt. Nach der Erstinfektion suchte er sich ein ruhiges Plätzchen und nistete sich ein.

Mich trieb heute morgen die Frage um, wo dieses Versteck eigentlich genau ist. Ich wusste nur, dass es eine Nervenzelle sein muss. Aber wo genau? Hockt mein Herpi im Hirn? Im Rückenmark? Wo versteckst du dich, Herpi? weiterlesen

Warum ist Fischfleisch so anders?

Teller mit Fischfrikadelle, Salzkartoffeln und GurkensalatGestern Abend gab’s Fischfrikadellen bei uns (wieder mal stark inspiriert durch ein Chefkoch-Rezept, wie inzwischen fast alles, was ich neu ausprobiere). Das Tolle an Fischfrikadellen ist nämlich, dass die Kinder ohne Klage mitessen. Das kommt bei Fisch sonst nicht vor, außer er liegt in handelsüblicher Stäbchenform auf ihrem Teller…

Es war sehr lecker, auch wenn wir diesmal weder Kabeljau noch Seelachs bekommen hatten. Die Fischtheke bei Real hatte wegen des Feiertags keinen frischen Fisch, die Kühltheken waren auch ausgeräubert. Es blieb noch der Victoriasee-Barsch, der eigentlich der früher im Victoriasee ausgewilderte Nilbarsch ist (Wikipedia). Der schmeckte gut. Unser Nachbar, der mit seiner Frau später zum Kartenspielen kam, merkte aber an: „Was? Den soll man ja gaaar nicht kaufen…“. Hintergrund: Der Fisch steht auf der Greenpeace-Liste im roten Teil. Warum, erklärt Greenpeace u.a. hier. Der informierte Konsument greift stattdessen zu Seelachs.

Bei der Zubereitung dieses politisch höchst unkorrekten Fisches beschäftigte mich aber etwas ganz Anderes. Ich fragte mich mal wieder: Warum ist Fischfleisch eigentlich so anders als „normales“ Fleisch? Da war doch was mit hellen und dunklen Muskelfasern, die für kurz & schnell vs. lang & ausdauernd zuständig sind. Dunkel erinnerte ich mich an eine quer geschnittene Schwanzflosse in meinem Grundstudium. Detaillierter als diese vagen Erinnerungen weiß es natürlich Harold McGee, dessen Buch „On Food and Cooking“ ich ja schon mal gelobt habe. Warum ist Fischfleisch so anders? weiterlesen

Mondroboter mit Lego-Duplo

Mondfahrzeuge und -Roboter gebaut mit dem Lego Education SetSeit mindestens drei Jahren hatte ich schon geliebäugelt mit dem Lego Duplo TOLO-Set für Maschinentechnik. Immer war es mir zu teuer erschienen. Nur um bei jedem neuen Jako-O-Katalog wieder in Versuchung zu geraten. Qualitätsspielzeug! Sie lernen so viel dabei! So viel Zeug! Hmmh, aber knapp 170 Euro? (Nachtrag: inzwischen etwas verändert, nur noch 95-teilig und für 189,- zu haben) Mondroboter mit Lego-Duplo weiterlesen