Archiv der Kategorie: Über bry, die Wissensküche & das Schreiben

Fotografieren lernen: Bitte, so wenig Technik wie möglich!

Manche schwelgen ja in Zahlen und Fakten. Sie lieben den Austausch über das Beste, Schnellste, Höchste. Je detailreicher, desto besser. Bei mir ist es genau umgekehrt. Technik um der Technik willen lässt mich vollkommen kalt. Ohne nachzuschauen kann ich zum Beispiel nicht sagen, was für ’ne Kamera  ich habe. Wie die heißt, was die kann. Was sie für ein Objektiv hat, welcher Chip da reinkommt. Ich vergesse so was. Es interessiert mich  einfach nicht.

Das wär‘ nicht problematisch, wenn ich nicht das unbedingte Bedürfnis hätte, gute Fotos zu machen. Schöne, richtig belichtete, wunderbar passende Fotos. Aber diese tolle Spiegelreflex machte einfach nicht immer, wie und was ich mir vorstelle – zumindest nicht im Automatik-Modus. Ich wusste, dass ich mich mit so Sachen wie Blende, Belichtung und Brennweite auseinandersetzen muss, aber der Blick ins Handbuch frustrierte mich immer sofort.

Um das Problem mal anders anzugehen, hab‘ ich im Februar/März einen Fotokurs am Nürnberger Bildungszentrum gemacht (das, was anderswo Volkshochschule heißt). Fotografieren lernen: Bitte, so wenig Technik wie möglich! weiterlesen

Wissensküche sagt nein zu Spam und ja zu Geld

In der letzten Woche erhöhte sich plötzlich mein Spam-Aufkommen. Ein absurder Spam-Kommentar nach dem anderen trudelte in die Wissensküche. Lauter schleimige Lobeshymnen auf englisch, was für eine schlaue Bloggerin ich doch sei… Jetzt ist die Antispam Bee im Einsatz und ich hab‘ wieder meine Ruhe.

Außerdem neu ist, dass ich  VG-Wort-Pixel in alle Artikel eingebaut habe. Mit Hilfe dieser kleinen, unsichtbaren Dinger misst die Verwertungsgesellschaft Wort (eine Art GEMA für Autoren), wie oft meine Texte in Zukunft gelesen werden. Überschreitet die Leserzahl eines Artikels im Jahr einen bestimmten Wert, kriege ich ein paar Euros. Wissensküche sagt nein zu Spam und ja zu Geld weiterlesen

Kommentar-Abo jetzt möglich

„Subscribe to Comments Reloaded“ ist frisch installiert! Kornel hatte sich gewünscht, dass er sich per E-Mail informieren lassen kann, falls jemand auf einen seiner Kommentare antwortet. Das sollte jetzt gehen, hoffe ich.

Falls es noch mehr unerfüllte Plugin-Wünsche gibt, immer her mit euren Tipps!

Diskriminierung – streng objektiv

Ausgelöst durch meinen Artikel über behinderte Biowissenschaftler (Barrierefrei Forschen, LJ 4/2011, PDF) hatte ich eine interessante Diskussion darüber, was Diskriminierung eigentlich ist und wie sie sich nachweisen lässt.

Aus Erfahrungsberichten im Verlauf der Recherche hatte ich herausgehört, dass es für behinderte Forscher oft schwierig ist, qualifizierte Arbeit zu finden. Daraufhin hatte ich die Voraussetzungen rund um die Einstellung zum Dreh- und Angelpunkt meines Artikels gemacht.

Aber was entgegne ich Diskriminierungszweiflern? Denn auch Nicht-Behinderte tun sich oft schwer. Jeder, der eine Absage nach der anderen kassiert, entwickeln Hypothesen, warum potenzielle Arbeitgeber nicht auf ihn anspringen. Könnte es nicht sein, dass Behinderte ein Scheitern vorschnell ihrem Handicap zuschreiben? Anders gefragt: Müsste man Benachteiligungen bei der Jobsuche nicht auf irgendeine Art nachweisen? Sie objektiv messbar machen? Diskriminierung – streng objektiv weiterlesen

Erster Post-Babypausen-Artikel

Vorgestern ist er nun erschienen, mein erster Post-Babypausen-Artikel beim Laborjournal. Für’s März-Heft hab ich mich mit Kurzmeldungen warm geschrieben, im April-Heft gibt’s jetzt was Größeres über behinderte Biowissenschaftler. Der Artikel „Barrierefreie Forschung“ eröffnet damit auch mein neues Archiv, zu finden unter Journalistische Artikel. Ja, die alten Artikel sollen auch irgendwann da rein, wenn ich Zeit und Lust finde, sie da reinzuschaufeln…

Die 4-Std-Arbeitswoche für Autoren?

Ausschnitt vom BuchcoverWäre das nicht was? Ein halbes Jahr lang schnorcheln und unter Pinien schlafen, statt nur zwei Wochen im Sommerurlaub? Oder noch besser: Für ein paar Wochen/Monate mit der Familie auf einem Boot unterwegs sein, mal in der einsamen Bucht Halt machen, mal in der lebendigen Hafenstadt, sich treiben lassen, die Nase im Wind?

Wintertage sind doch ideal für Träume wie diese. Wintertage, an denen ich Eis von Autoscheiben kratzen muss und mir aus dem Spiegel ein paar rotgeränderte Schnupfenaugen  entgegenblicken (ja, der Kleine hat mich natürlich angesteckt…)

Hilfe für die ernsthafte Umsetzung solcher Phantasien verspricht „The 4-Hour Workweek“ von Timothy Ferris. Ich kann nicht leugnen, dass es mir etwas peinlich ist, mir das bestellt zu haben. „Wie werde ich reich?“-Ratgeber gehören sonst nicht zu meiner bevorzugten Lektüre. Ökonomisches Interesse hat mir noch nie jemand nachgesagt. Ich lese ja nicht mal den Wirtschaftsteil in der Zeitung. Aber diese Verheißung! Du kannst alles haben. Du kannst leben, wo du willst. Machen, was du willst. Finanziert von einem automatisierten Geschäft, das deiner Anwesenheit und Arbeitszeit nicht bedarf. Die 4-Std-Arbeitswoche für Autoren? weiterlesen

Oh, elende Prokrastination…

Gestern bekam ich eine nette Mail. Neben einem Lob für meine Blog-Anfänge (danke, danke!), fand ich darin diesen Satz: „Sollte Dir mal ein Buch in die Hände fallen, das verrät, wie man erfolgreich Schreibekel therapieren kann, lass‘ es mich bitte wissen…“ Ha, wie der Zufall es will, liegt genau so ein Buch gerade auf meinem Nachttisch. Es heißt“A Writer’s Coach“ von Jack Hart (bei Amazon* kann man mal reinlesen). Ich bin erst auf S. 45 und muss sagen: Der legt den Finger auf jede Wunde! Eine heilsame Kur für jeden professionellen Prokrastinator… Oh, elende Prokrastination… weiterlesen

Writing Tools

Ich lese seit Wochen etwa zehn Bücher gleichzeitig. Abwechselnd mal das eine ein bisschen und mal das andere, vor allem Schreibratgeber, die ich mir im Herbst bestellt hatte um wieder in Gang zu kommen mit der Schreiberei. Gestern war es nun so weit und ich habe endlich eins, von dem ich sagen kann, dass ich es ganz gelesen habe:“Writing Tools“ von Roy Peter Clark.

Buchcover: Writing Tools von Roy Peter ClarkDas Buch gibt es auch in deutscher Übersetzung. Da heißt es „50 Werkzeuge für gutes Schreiben – Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter“. In der deutschen Ausgabe gibt es noch eine Ko-Autorin, Kerstin Winter. Ich vermute, dass sie die Anpassung an die deutsche Sprache gemacht hat, wo ein reines Übersetzen der Tipps nicht gereicht hätte.

Außer Vermutungen hab ich zur deutschen Ausgabe nicht viel anzubieten… Hab’s mir in der englischer Ausgabe bestellt – teils weil’s die Taschenbuchausgabe für die Hälfte des deutschen Hardcover-Preises gibt, teils weil ich auch ganz gerne mal im Original lese. Und es war auch sehr angenehm zu lesen. Kann mich jedenfalls an keine für mich unverständliche Stelle erinnern.

Ich habe „Writing Tools“ vor allem als Bettlektüre genossen. Wegen der kleinen Kapitel eignen es sich dafür besonders gut, fand ich. Es ist ein allgemeiner Schreibratgeber. Man merkt natürlich, dass Roy Peter Clark Journalist ist, aber während andere Schreibratgeber oft einen Schwerpunkt auf fiktionalem Schreiben haben, liefert Clark wirklich Werkzeuge, die für jede Art von Schreiben nützlich sind. Zumindest fühlte ich mich an keiner Stelle ausgeschlossen, auch wenn ich „nur“ Sachtexte schreibe. (Erinnere mich da mit Staunen an Sol Steins Annahme in „Über das Schreiben“, dass letztlich auch jeder Non-Fiction-Autor den heimlichen Wunschtraum hege, DEN Jahrhundertroman zu schreiben. Naja, ich jedenfalls nicht.) Writing Tools weiterlesen