Auswärts gebloggt: Sind Hausgeburten riskant?

Warum ich mich zu Hause nicht nur so sicher fühlte wie in der Klinik, sondern es auch tatsächlich war

Ja, ich bin so eine. Ich habe mein zweites Kind zu Hause bekommen. Und ich kenne die unterschiedlichen Reaktionen darauf. Die Einen schütteln missbilligend den Kopf. Die Anderen dagegen bekommen leuchtende Augen. Dabei kann die Frage des Geburtsortes eine rein pragmatische Angelegenheit sein. Für mich jedenfalls war sie es.

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Und hier noch ein paar Links zu den englischen Fachartikeln über die niederländischen Studien, auf die ich mich beziehe. In ihnen werden Haus- und Klinikgeburten von Niedrig-Risiko-Schwangeren verglichen bzw. die von Hebammen geleiteten Geburten mit denen, die von Ärzten geleitet werden.

Vergleich Gesundheit der Kinder

Diese Studie fand bei Hausgeburten von Niedrig-Risiko-Schwangeren kein erhöhtes Risiko für die Kinder unter der Geburt Schaden zu nehmen:

Perinatal mortality and morbidity up to 28 days after birth among 743 070 low-risk planned home and hospital births: a cohort study based on three merged national perinatal databases – Abstract des Artikels aus BJOG 2015

Diese Studie warnt davor, die Geburtskliniken zu sehr zu zentralisieren, weil das Risiko für die Kinder steigt, wenn der Fahrtweg zur Klinik länger ist als 20 Minuten:

Travel time from home to hospital and adverse perinatal outcomes in women at term in the Netherlands – Fachartikel BJOG 2010

Vergleich Gesundheit der Mütter

Diese Studie ergab, dass Niedrig-Risiko-Schwangere, die schon mal geboren haben, bei Hausgeburten weniger Komplikationen erleiden als in der Klinik:

Severe adverse maternal outcomes among low risk women with planned home versus hospital births in the Netherlands: nationwide cohort study (Fach-Artikel im British Medical Journal von 2013)

Diese Studie zeigte, dass es eine Gruppe von Niedrig-Risiko-Schwangeren gibt, die von Hebammen-geleiteten Geburten profitieren. Sie erleiden weniger Komplikationen  als bei Arzt-geleiteten Geburten:

Severe Adverse Maternal Outcomes among Women in Midwife-Led versus Obstetrician-Led Care at the Onset of Labour in the Netherlands: A Nationwide Cohort Study (Fach-Artikel in PLoS von 2015)

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31 Gedanken zu „Auswärts gebloggt: Sind Hausgeburten riskant?“

  1. Thema: Hausgeburten

    Lassen Sie sich auf dem Küchentisch operieren?
    Nein!!! Man geht ins Krankenhaus!

    Sollte es bei einer Hausgeburten zu Komplikationen kommen, hat das Neugeborenen keine Chance mehr‘

    Während des Geburtsvorgangs kann es dazu kommen das die Nabelschnur um den Hals des Babys gelangt, was zu Sauerstoffmangel führt.
    Wie lange können Sie die Luft anhalten?
    Das bedeutet,sofortiger Notkaiserschnitt im Krankenhaus!!!

    Sollte jenes im Kreißsaal im Krankenhaus passieren, ist sofort ein Notsectioteam da,welches das Kind sofort rausholen kann und beatmet bzw oft ist das überhaupt nicht nötig,da das Kind auf Grund von schnellem Handeln nur kurz ohne Sauerstoffzufuhr ist.

    Seit meiner 10 jährigen Tätigkeit in der Anästhesieabteilung ist jenes immer gut gegangen, was man nach Hausgeburten nicht sagen kann!!!

    Warum geht man nicht auf Nummer sicher und entbindet im Krankenhaus?
    Sollte es zu Komplikationen kommen und davon gibt es viele!!!beim Baby aber auch bei der Mutter kann man immer mit einem Notkaiserschnitt eingreifen.

    Bei Hausgeburten ist die Zeit zum Krankenhaus viel zu lang.
    Denn….jede Minute zählt bzw Sekunde zählt

    Zum Wohl meines Kindes gehe ich doch auf Nummer sicher als zu riskieren, dass etwas schief geht!!!.

    Ich habe täglich damit zu tun und rate jedem eine Geburt in einem Krankenhaus, wo man die Möglichkeit hat jederzeit einzugreifen!!!
    Und das Leben von Kind und Mutter zu retten oder Folgeschäden zu verhindern….

    1. Ich stelle Ihre Erfahrung nicht in Frage. Ich weiß, dass es Situationen gibt, in denen jede Sekunde zählt. Und bei denen besteht natürlich Lebensgefahr. Ich würde auch nie behaupten, dass das Risiko einer Hausgeburt null ist. Das sagen die Zahlen auch nicht. Es gibt Todesfälle. Aber die Frage ist, ob es bei Geburten, die zu Hause geplant wurden, mehr Todesfälle gibt als bei denen, die in der Klinik geplant wurden. Und die Zahlen zeigen eben, dass dem nicht so ist.

      Das spricht für mich dafür, dass es ebenso wie es spezielle Hausgeburtsrisiken gibt, es offensichtlich auch spezielle Klinikrisiken geben muss. Was also, wenn beide Seiten Recht haben? Sie sehen überdeutlich die Hausgeburtsfälle, in denen Schlimmes passierte, was in der Klinik vermeidbar gewesen wäre. Und die Hausgeburtshebammen erzählen sich Geschichten von schlimmsten Klinikgeburtesverläufen, die zu Hause so nie passiert wären. Ich denke, die Zahlen lassen sich nur dann erklären, wenn beide Seiten Recht haben.

  2. Es ist extrem leichfertig, von „wenn das und das gegeben ist, dann sind sie sicher!“ – es gibt sie nicht, die totale Sicherheit!

    Meine erste Schwangerschaft: total normal, monatliche Kontrolle mit US, ich nahm „nur“ 13 Kilo zu, alle Werte im perfekten Bereich! Ich war im 7. Himmel – dann kam der errechnete Geburtstermin, nichts, 2 Tage drüber, nichts – Kontrolle im KH: alles bestens. Ich warte weiter, werde alle 2 Tage kontrolliert. Nach 12 Tagen wird die Geburt eingeleitet und wär ich da nicht im KH gewesen, ich weiss nicht, was passiert wäre. Ich hatte eine ganz Nacht lang Wehenstürme, dann 5 Stunden Presswehen und 3 Ärzte standen schon bereit, mein Kind mit der Saugglocke zu holen. Es war die Hebemme, die mich anflehte, noch mal zu pressen, mit aller Kraft, die ich noch irgendwo herholen konnte. Und dann war er da: mit 57cm Grösse und 4.400 g und einem gebrochenen Schlüsselbein, weil er fast nicht durch den Geburtskanal passte.

    Nein, ich hätt‘ da nicht zu Hause sein mögen.

    … dabei war doch alles so normal und perfekt …..

    1. Ich bin froh, dass es alles so glimpflich abgelaufen ist bei Ihnen. Allerdings fällt das, was sie schildern, auch für mich nicht in die Kategorie „ganz normal“. Wenn man fast zwei Wochen über Termin ist und eingeleitet wird, ist das ja eine besondere Situation und nicht mehr die Standardsituation.

      Ich bin außerdem völlig Ihrer Meinung, dass es keine totale Sicherheit gibt. Und das ist auch mein Punkt. Es gibt natürlich nur relative Sicherheit. Die Frage ist also nicht, ob Hausgeburten hundertprozentig sicher sind, sondern die Frage ist, wie sicher sie im Vergleich zu Klinikgeburten sind. Und vor allem: für wen. Und Sie hätte ich bei dieser Terminüberschreitung nicht mehr zu den Niedrig-Risiko-Schwangeren gerechnet, von denen die Studie da spricht. Oder zumindest wären sie an der Grenze. Auch für die Niederländer.

      Aber ich hätte bei so viel Terminüberschreitung wie bei Ihnen sicher auch eine Klinikgeburt mit Einleitung gewählt. Um das Risiko einer Totgeburt möglichst gering zu halten. Dass es bei Einleitungen oft heftigere Wehen gibt als bei Geburten, die der Körper selbst anstößt, ist aber eine häufige Nebenwirkung so weit ich weiß.

    2. Ich empfand es auch nicht normal – aber von den Schwestern, Ärzten und Hebammen wurde es immer als „normal“ hingestellt – dass nach 12 Tagen eingeleitet wurde war auch nur deshalb der Fall, weil ich protestierte und meinte, ich will und ich kann nicht mehr!

      Und deshalb hat mich das von der Bloggerin geschriebene „wenn alles normal ist“ so irritiert! Denn selbst wenn Ärzte was als normal hinstellen, muss es das noch lange nicht sein!

    3. „Die Bloggerin“, das bin ich. Bin hier in der Wissensküche alleine zuständig. Ist mein persönliches Blog.

      Für mich widerspricht sich das nicht. Es kann alles normal sein – bis es eben nicht mehr normal ist.

      Und ab wieviel über Termin wir sagen, die Schwangerschaft sei nicht mehr normal, ist eben auch eine Definitionssache. Zwei Wochen über Termin zu sein, kommt vor. So ein Geburtstermin ist ja nur ein ungefährer Termin, plus minus. Trotzdem wird ab irgendeinem Zeitpunkt gesagt: So, jetzt ist es nicht mehr normal. Denn die Statistik zeigt, dass die Risiken dann doch steigen, wenn man erstmal eine Woche oder mehr drüber ist. Und wenn man sie minimal halten will, dann leitet man die Geburt dann doch gern ein.

      Aber wann genau, das ist die Frage. Aktueller Wissenstand ist laut Gesundheitsinformation.de, dass ab der 41. Woche die Vorteile einer Einleitung überwiegen. Zitat:

      Ohne Einleitung: In der Gruppe der knapp 3000 Frauen, bei denen die Geburt nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt eingeleitet wurde, starben etwa 9 Kinder.
      Mit Einleitung: In der Vergleichsgruppe mit den 3000 Frauen, bei denen die Geburt nach Ende der 41. Woche eingeleitet wurde, starb ein Kind.

    4. Ich denke, dass viele Geburten eingeleitet werden, weil die Frau ja schon so weit „drüber“ ist, weil schlicht der Geburtstermin falsch berechnet wird. Da wird ja noch immer schlicht der erste Tag der letzten Periode (wie blöd ist das denn bitte????) + 280 Tage gerechnet. In der Annahme, dass der Eisprung „vorbildlich“ an Tag 14 stattgefunden hat. Das ist aber nunmal bei den meisten Frauen gar nicht der Fall und wenn die Frau einen Zyklus hatte, wo der Eisprung vielleicht erst am 20.., 30., oder 40. Tag stattgefunden hat, dann ist man eben schnell mal „drüber“. Und ich denke, wenn die Frau dann selbst ihren Zyklus nie so genau beobachtet hat und das dann nicht weiß, können die Ärzte da sehr schnell Angst machen. Eine Kollegin von mir war 4 Wochen „drüber“. Glücklicherweise hat sie sich nicht verrückt machen lassen und ein kerngesundes Mädchen (zu Hause!) zur Welt gebracht.

  3. Ich möchte mich für deinen gelungen Artikel bedanken. Ich finde du hast wirklich versucht beide Seiten wertfrei, aber nicht emotionslos zu schildern. Ich lese deinen Artikel, als Aufruf, tolerant für die Seite der jeweils anderen zu sein, auch bei einem so emotionalen Thema, bei dem natürlich jeder die einzig richtige Meinung hat. Da ich zu der „funkelnden-Augen-Seite“ gehöre, wünsche ich mir sehr, sehr, dass meine Wahl des Geburtsortes weder immer wieder gerechtfertigt werden muss, noch als verantwortungslos gesehen wird und leider nach der derzeitigen Entwicklung, mir überhaupt noch zugestanden wird. Warum können wir uns nicht alle gegenseitig einfach so lassen, wie wir halt sind? Wir sind doch alle Frauen, die Kinder geboren haben, dass ist doch das Verbindende, in dem wir solidarisch miteinander seien sollten.
    Noch ein Kompliment an gmx und web, dass sie einem differenzierten und klugen Artikel eine Plattform geben!
    Und zum Schluss noch die große Bitte, eine Petition von Mother Hood auf change.org für das Recht auf Wahlfreiheit bei der Geburt und eine Unterstützung unserer Hebammen (egal wo), zu unterschreiben –
    https://www.change.org/p/geburt-darf-keine-privatleistung-werden-gegen-die-wirtschaftlich-optimierte-geburt-elternprotest
    Herzliche Grüße, Johanna

    1. Danke dir. Ich wünsche mir auch, dass wir alle Respekt haben vor den Lebensentscheidungen der Anderen. In dem Fall wollte ich ja vor allem auch zeigen, dass es gar nicht stimmt, was viele meinen. Dass es eine Gruppe von Frauen gibt, die tatsächlich durch eine Hausgeburt gar kein höheres Risiko eingehen, sondern „nur“ ein gleich niedriges wie in der Klinik.

      Aber selbst in Fällen, in denen eine Hausgeburt ein höheres Risiko wäre, ist ja die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Die Einschätzungen dazu sind nämlich gar nicht so rational, wie viele denken. Und wir optimieren ja auch sonst in Familien nicht alles nach Sicherheit. Wir rauchen, obwohl nichtrauchen sicherer wäre. Wir fahren mit dem Auto, obwohl die S-Bahn sicherer wäre. Wir fahren zum Urlaub in Länder mit schlechtem Gesundheitssystem, obwohl hier zu bleiben sicherer wäre. usw. usw. Und das sind ja auch alles Entscheidungen, in denen die Gesundheit der Kinder mitbetroffen ist. Trotzdem geben wir z.B. nicht den Eltern schuld, wenn ein Kind bei einem Autounfall stirbt. Da sagen wir nicht: Welch unverantwortliche Eltern, dass sie nicht mit der S-Bahn gefahren sind. Die interessante Frage ist, warum sich bei der Hausgeburt die Schuldfrage so vehement stellt, bei einem Autounfall aber nicht. Das passt nicht zusammen. Und ist ein Zeichen dafür, dass es weniger um das Risiko selbst geht, sondern eigentlich um einen Konsens darüber, welche Risiken einzugehen als normal angesehen wird und welche nicht.

  4. Hallo,
    als quasi Betroffener, wenn es mal Komplikationen gibt kann ich nur eins sagen:
    Bitte geht zur Entbindung in die Klinik.
    Klar 100% Sicherheit für Schäden gibt es da auch nicht aber sie werden auf das Minimum beschränkt.
    Ich bin Feuerwehrmann in Berlin und Vater zweier Kinder und habe auch schon eigenhändig 4 Kinder im RTW bzw. Wohnung zur Welt gebracht.
    Bei einer Hausgeburt,Hebamme vor Ort, Mutter und Kind tot, war ich als zuerst eingetroffener RTW auch zugegen, war ein tolles Schauspiel. (Ironie)
    War auch einige Jahre auf einer Feuerwache mit einem Intensivtransportinkubator und hatte so einige Babys im Auto die nicht so viel Glück hatten.
    Was heißt auch 20 min bis zur nächsten Klinik?
    Auch in Holland steht nicht an jeder Ecke ein RTW, der muß auch erst zur Einsatzstelle kommen, wenn es gut läuft ca.10 min.
    Dann Transport ins Fahrzeug, anschließend die Fahrt in Khs.
    In 20 min wird da keine Mutter und Kind in einer fachlich geeigneten Klinik sein.
    In Berlin trotz 3 geeigneter Kliniken auch nicht.
    Vom ländlichen Bereich will ich gar nicht reden.
    Ich war auch oftgenug mit dem Intensivinkubator+Arzt und Schwester in Geburtshäusern gewesen.
    Da geht’s auch schief,will Frau gar nicht glauben.
    Wer auf Blümchentapete und sphärischer Musik steht bestimmt toll aber es darf nichts schief gehen.
    Ich könnte aus meine 25 Dienstjahren viel erzählen was ich so alles erlebt habe aber das würde zu weit führen.
    Ich schließe mich der Anästhesieschwester an in ihrer Meinung.
    Vor dem Schaden klug sein!!

    1. Danke für deinen Bericht. Das muss echt schrecklich sein! Und doch möchte ich vorsichtig anmerken, dass du nur die eine Seite der Geschichte zu sehen kriegst. Du sagst, dass es hunderprozentige Sicherheit auch im Krankenhaus nicht gibt. Und das ist der Punkt. Wenn die Zahlen zeigen, dass in der Gruppe der Niedrig-Risiko-Schwangerschaften innerhalb der Klinik genauso viele Unglücke passieren wie außerhalb der Klinik, dann ist dein Rat an die Frauen zwar verständlich, macht aber falsche Versprechen. Du suggerierst, dass es in der Klinik auf jeden Fall sicherer ist. Aber wenn hier wie dort 999 der Kinder überleben und 1 von 1000 stirbt, dann ist man schlicht in der Klinik nicht sicherer als zu Hause. Dann ist man höchstens gleich sicher.

      Alles Schreckliche, was du gesehen hast, muss für ein faires Gesamtbild eben mit dem verglichen werden, was in der Klinik an Schrecklichem passiert. Und entgegen deiner Annahme geschieht dort eben nicht weniger Schlimmes. Zumindest nicht in der Gruppe der Niedrig-Risiko-Frauen. Das widerspricht der Intuition von ganz vielen Menschen. Auch der Intuition der Ärzte. Aber wir müssen dem ins Auge sehen. Denn das ist das, was die niederländischen Zahlen zeigen.

      Wenn diese Zahlen auch für Deutschland zutreffen, wovon ich ausgehe, solange keine anderen Zahlen vorliegen, dann heißt das, dass es für jeden tragischen Fall, den du außerhalb der Klinik gesehen hast, einen tragischen Fall innerhalb der Klinik gibt, den du nicht gesehen hast. Ist es dann noch fair zu sagen, dass die einen gestorben sind, weil sie außerhalb der Klinik waren (sprich: sie sind selbst schuld) und die Anderen, obwohl sie in der Klinik waren (sprich: sie trifft keine Schuld)? Nein, das ist eben nicht fair.

      Das wäre auch umgekehrt nicht fair. Es gibt ja auch Hausgeburtsverfechter, die aus Frust über die mangelnde Anerkennung dieses Geburtsortes den Spieß umdrehen und sagen: die die in der Klinik sterben, sind selbst schuld. Das ist genauso unfair.

      So wie die Dinge liegen, ist das, was wir tun können, wenn ein Unglück passiert nur: zu trauern. Und der Familie beizustehen. Denn statistisch gesehen, ist ihnen das Unwahrscheinliche geschehen. Sie sind die, die wir alle hoffen nie zu sein. Die, die es erwischt. Hier wie dort.

    2. Guten Tag,
      ich könnte mit Ihnen darüber stundenlang diskutieren.
      Ich denke es geht darum die „Risikolosen“Schwangeren vor dem schlimmsten zu schützen.
      Die Risiko belasteten gehen eh in die Klinik aber es geht hier mehr um die Risiko losen Schwangeren.
      Denen finde ich eine trügerische Sicherheit vermittelt wird durch ihr erlebtes .
      Was ist wenn es daheim zu Komplikationen kommt?
      Der Faktor Zeit kommt nicht in Ihren Vorstellungen vor.
      Wie ich schon erwähnte muß erst die Rettungskette in Gang gesetzt werden und bis zum Eintreffen beim Patienten und dann in eine geeignete Klinik vergeht Zeit.
      Baby ohne Sauerstoff im Kreissal für 10 sec. oder Baby ohne Sauerstoff bis Baby beatmet werden kann, daheim durch die Rettungskräfte 20-30 min?
      Was ist besser?
      Es geht um die Wahrung der Chancen für Mutter und Kind, dieses ist nur in einer Klinik möglich.
      Hausgeburten oder Geburtshäuser stellen immer ein Risiko da.Da einfach die Technik nicht vor Ort ist.

    3. Ich glaube, Sie verstehen mich falsch. Ich sage eben nicht: Weil es bei mir gut gegangen ist, dann wird es auch bei allen Anderen gut gehen. Überhaupt nicht. Ich gucke mir eine Statistik an und die sagt: 466 112 Frauen planten eine Hausgeburt und 276 958 planten eine Klinikgeburt. Bei den erstgebärenden Müttern starben 1,02 Promille der Kinder bei oder nach einer geplanten Hausgeburt und 1,09 Promille der Kinder bei oder nach einer geplanten Klinikgeburt. Bei den Schwangeren, für die es nicht das erste Mal war, war es ein bisschen besser: dort waren es nur 0.59 Promille versus 0.58 Promille.

      Sprich: Hier wie dort erwartet dich als werdende Mutter ein sehr niedriges, aber durchaus vorhandenes Risiko, dass dein Kind stirbt. Das muss nicht das gleiche Risiko sein. Bei einer geplanten Hausgeburt wird dir eher die potenzielle Unter-Therapie zum Verhängnis. Bei einer geplanten Klinikgeburt aber die potenzielle Über-Therapie.

      Sie beschreiben nur die Risiken einer Unter-Therapie und wollen nicht sehen, dass es auch Risiken gibt, die es nur im Krankenhaus gibt, oder? Die genauso tödlich sein können wie eine Sauerstoff-Unterversorgung. In der Klinik vermeidet man die Hausgeburtsrisiken, muss dafür aber klinik-spezifische Risiken tragen. Nebenwirkungen unnötiger Eingriffe, Infektionen mit Krankenhauskeimen, Fehlbehandlungen. Was weiß ich. Und die Statistik zeigt, dass diese beiden Risiken für die Gruppe der normalen Schwangeren an beiden Orten gleich groß ist bzw. gleich klein.

      Es stimmt, dass die, die sie sterben sahen, wahrscheinlich im Krankenhaus nicht gestorben wären. Dafür wären aber genauso viele Andere an spezifischen Klinikrisiken gestorben.

      Verstehen Sie?

      Wenn es an beiden Orten gleich sicher ist, heißt das nicht, dass nichts passieren kann. Es heißt nur, dass tragischerweise gleich viele sterben, egal, was man tut. Auch wenn alle im Krankenhaus gebären.

  5. Vielen Dank für den schönen Artikel. Es ist wirklich schwierig, bei dieser Thematik nicht zu emotionsgeladen zu sein.
    Ich habe 3 Entbindungen hinter mir. Eine geplant im Krankenhaus, eine abgebrochene Hausgeburt und eine erfolgreiche Hausgeburt.
    Bei der ersten Entbindung fühlte ich mich schlecht betreut (1 Hebamme für 3 Kreißsäle) und die Geburt endete im Notkaiserschnitt. Ich glaube, dass es „so oder so“ ein KS geworden wäre, aber eine Hausgeburtshebamme, die immer (fast) ohne technische Hilfsmittel auskommt, hätte viel früher erkannt, dass es Probleme gibt.
    So war es auch bei der 2. Entbindung. Ich fühlte mich zuhause sehr wohl, stand unter ständiger Betreuung unter der Geburt und die Hebamme hat viel früher als ich erkannt, dass es nicht voran geht und wir jetzt in die Klinik aufbrechen sollten. Dort haben wir dann eine spontane Geburt hinbekommen.
    Und bei der 3. Entbindung, die erfolgreich zuhause ablief, standen mir sogar 2 Hebammen zur Seite. Und alles war für mich und vor allem für das Baby völlig stressfrei und wunderschön!
    Und auch ich musste mich und meine Entscheidung ständig rechtfertigen. Beim Not-KS im KH bei der ersten Entbindung hiess es: „Und Du kannst ja auch nichts dafür, warst ja schließlich im KH!“ – und ohne KH hätte ich also was dafür gekonnt.
    Es muss aber auch erwähnt werden, dass die Betreuung in der Schwangerschaft bei einer geplanten Haus- oder Geburtshausgeburt ganz anders und viel intensiver ist. Wann hat meine Frauenärztin mich mal gefragt, wie so mein Leben läuft, ob ich Stress habe und wie insgesamt mein Wohlbefinden ist? Die Geburtshaus-Hebammen blieben beim CTG immer bei mir und in der Zeit haben wir uns unterhalten. Diese Frauen haben mich sehr gut kennengelernt, ich hatte auch viel Zeit zum fragen und erzählen. Sie haben mich regelmäßig abgetastet – bei der Fraueärztin habe ich immer nur den Ultraschall gemacht bekommen, Blutabnahme, Eisenwert, usw.
    Dass Notärzte, RTW-Fahrer etc. Hausgeburten kritisch sehen ist wohl völlig normal, die sehen ja nur die Schwangeren, die keine Niedrig-Risiko-Schwangerschaft haben. Und der RTW-Fahrer kann ja auch nicht beurteilen, ob in seinem dramatischen Fall das Baby und die Mutter im KH überlebt hätten… so traurig es ist.
    Ich kenne keine Hausgeburtshebamme, die beim geringsten Anzeichen von Schwierigkeiten nicht ans Krankenhaus abgeben würde. Die nehmen nur die absolut reibungslosen Schwangeren und unter der Geburt wird genau beobachtet. Nach meinen Erfahrungen auch im KH fühlte ich mich bei den beiden anderen Entbindungen auf jeden Fall und zu 100% besser betreut von den Hausgeburtshebammen und ich hoffe, dass auch meine Tochter später noch die Wahl hat, wie und wo sie entbinden möchte!

    1. Ja, das hoffe ich auch. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit den Hausgeburtshebammen gemacht. Der Fokus der Hebammen ist ein anderer als der der Ärzte. Für mich eine ideale Ergänzung. Kümmern sich eben auch um das, was sich psychisch für einen ändert in der Schwangerschaft und danach. Das habe ich als sehr hilfreich empfunden. Ist ja auch wirklich nicht ganz unwichtig, ob man mit Gelassenheit und Vertrauen da reingeht oder mit Angst und Stress.

      Ich kann die auch gut verstehen, die zu Geburtsnotfällen kommen und es ganz schrecklich finden, kaum was tun zu können, weil die notwendige Ausstattung so weit weg im Krankenhaus ist. Und das passiert durchaus auch bei Frauen, die eben noch Niedrig-Risiko-Schwangere waren. Es kann ganz plötzlich ganz schlimm werden. Und dann kann es schnell sein, dass der Weg eben zu lang ist und jemand stirbt. Das kann passieren. Und das passiert auch.

      Aber es passiert eben unter den Niedrig-Risiko-Schwangeren zu Hause nicht häufiger was Schlimmes als in der Klinik.

    2. Hallo,
      nun ja mal freundlich bleiben.
      Was heißt hier nur RTW Fahrer?
      Wir sind alle ausgebildete Rettungsassistenten mit Staatsexamen und bald auch Notfallsanitäter mit einer noch höherwertigen Ausbildung inkl. Staatsexamen.
      Ja, wir erkundigen uns auch in speziellen Fällen in den Krankenhäusern was gewesen ist und wie es weiterging .
      Wir bekommen sogar Auskunft von den Ärzten oder Hebammen.
      Ich mag meine Berufszweig nicht als fahrende Unwissende dargestellt sehen.

      Ohne Gruß

  6. Vielen Dank für den „runden“ Artikel, der aus meiner Sicht sehr gut persönliche Befindlichkeiten mit wissenschaftlichen Aspekten zusammenführt. Noch größerer Dank für die sehr, sehr sachlichen und ausgewogenen Antworten auf die für mich zum Teil unfassbaren Kommentare zum Artikel.

    Ich als Vater dreier Kinder (eine Klinik-, zwei Hausgeburten) merke immer wieder, wie absolut emotionsgeladen dieses Thema für mich ist. Vor allem derart unsachliche Argumente, wie sie leider (auch hier im Forum) immer wieder ins Feld geführt werden, regen mich unheimlich auf. Allein schon der erste Kommentar („Lassen Sie sich auf dem Küchentisch operieren? Nein!!! Man geht ins Krankenhaus!“) macht sprachlos und zeigt, wie immer wieder Dinge miteinander vermengt werden, die so nicht zusammengehören.

    Richtig, für eine OP geht man meist ins Krankenhaus, manchmal aber auch „nur“ in eine Arztpraxis zum persönlich bekannten Arzt des Vertrauens. Allein schon das sind zwei ganz entscheidende Aspekte, die vielen immer wieder aus dem Blick geraten: Eine Geburt ist KEINE Operation, zu allermeist auch kein Notfall, nicht mal eine Krankheit, sondern meist ein ganz natürlicher, aber auch sehr intimer Vorgang. Und den lasse ich (bzw. natürlich die Frau) von einer Person meines Vertrauens begleiten, wie es eine Haushebamme, die die Frau aufgrund der Betreuung vor der Geburt sehr gut kennt, nun einmal ist. Das einem in der Regel völlig unbekannte Klinikpersonal ist es dagegen nicht, kann es auch gar nicht sein – und kann deswegen und auch aufgrund der Rahmenbedingungen im Krankenhaus bei Komplikationen häufig nur nach Schema F verfahren, aber eben nicht individuell auf genau diese gebährende Frau abgestimmt.

    Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, der in den Argumentationen immer wieder untergeht: Es geht eben NICHT darum, dass jede Frau ihr Kind unbedingt zu Hause bekommen MUSS, sondern es geht darum, dass Frauen, die das wollen, die MÖGLICHKEIT haben. Genauso, wie Frauen, die sich damit wohler fühlen, die Möglichkeit haben und haben sollen, ihr Kind in der Klinik zu bekommen.

    Wenn also eine Frau eine Hausgeburt will und wenn sie und ihre Hebamme es so einschätzen, dass eine Hausgeburt ohne größere Komplikationen geschehen kann, welches Recht haben dann Versicherungen, Krankenkassen oder Politiker, es ihr zu verwehren? Genau darauf läuft es jedoch mit der derzeitigen Hinhaltetaktik der Politik, die sich um klare Regelungen drückt, und mit der immer weiteren Erhöhung der Haftpflicht-Policen für Hebammen durch Versicherungen hinaus. Ganz abgesehen davon, dass sich freiberufliche Hebammen laut einer am 05.06.2015 im NDR gesendeten Reportage („Hebamme am Limit“, http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Hebamme-am-Limit,diereportage800.html) ab Juli 2016 gar nicht mehr berufshaftpflichtversichern können. Das ist in meinen Augen eine Katastrophe, weil Hausgeburten dadurch faktisch abgeschafft werden.

    Ein sehr wichtiger Punkt, der ebenfalls meist nicht erwähnt wird, sind Komplikationen, die überhaupt erst aufgrund der Krankenhaussituation bzw. der Fahrt in die Klinik auftreten. Unsere Haushebamme begründete es so, dass schon die Fahrt ins Krankenhaus für Frauen, die in den Wehen sind, eine große psychische Belastung darstellt (selbst wenn es ihnen nicht so vorkommt). Ebenfalls belastend sei anschließend die weitgehend unbekannte Umgebung in der Klinik und die vielen unbekannten Personen um einen herum. Der Umstand, dass die Hebammen und Ärzte dort zweifellos zuallermeist kompetente Fachleute sind, ändert an der psychischen Belastung nur wenig. Beide Faktoren fallen daheim weg, denn der Wechsel aus der gewohnten Umgebung findet nicht statt, und die Hebamme ist einem aufgrund der Betreuung vor der Geburt ebenfalls bereits vertraut, was die Stresssituation während der Geburt nach Aussage unserer Haushebamme erheblich reduziert.

    Genau das hat meine Frau bei ihren drei Geburten so empfunden: Viel Stress schon bei der Fahrt am späten Vormittag in die Klinik, weil wir innerstädtisch in einen Stau kamen, ebenfalls Stress in der Klinik durch rund sechs um einen herumwuselnde Hebammen und Ärzte, gepaart mit Kommentaren wie „Beim nächsten Mal kommen Sie aber bitte eher!“ (angesichts dessen, dass der Muttermund bei Ankunft schon weit geöffnet war – dabei hatten wir uns genau an die Anweisung gehalten, loszufahren, wenn die Wehen etwa alle drei bis fünf Minuten kommen…). Demgegenüber bei den Hausgeburten keine Fahrt und eine sehr vertraute und beruhigende Haushebamme mit einer uns ebenfalls bekannten Kollegin, die ganz individuell nicht nur auf meine Frau, sondern sogar auf uns beide eingingen.

    Abgesehen davon hätten wir es bei beiden Hausgeburten gar nicht mehr in die Klinik geschafft. Denn vom Zeitpunkt, an dem wir hätten losfahren sollen, bis zur Geburt vergingen in beiden Fällen kaum mehr 30 Minuten. Die Kinder wären also ohne jegliche Betreuung im Auto geboren worden, etwas, das einer befreundeten Familie von uns beim ersten Kind tatsächlich widerfahren ist. Und das ist beileibe nicht der einzige derartige Fall, den ich persönlich kenne.

    Ich möchte noch ein weiteres Argument entkräften. Auch in den hiesigen Kommentaren heißt es immer wieder, dass Haushebammen im Notfall nicht adäquat handeln könnten, weil ihnen die technischen Mittel fehlen. In der schon erwähnten, unbedingt sehenswerten Reportage „Hebamme am Limit“ konnte die Haushebamme Anja Lehnertz eben genau deshalb eine heraufziehende Schwangerschaftsvergiftung erkennen und dementsprechend reagieren, weil sie die Schwangere und ihre Symptome schon länger kannte. Ein Arzt oder eine Hebamme im Krankenhaus hätte diese Möglichkeit nicht gehabt und die Symptome (Oberbauchschmerzen) daher eventuell nicht richtig eingeordnet, was laut Lehnertz dramatische Folgen gehabt hätte.

  7. Das Gute an dem Beitrag ist das „sowohl als auch“. Wir als Deutsche (oder nur die „aufgeklärten Bildungsbürger“) neigen dazu, nur eine Meinung zuzulassen und die andere als des Teufels Ausfluss zu betrachten. Was ist so schwer daran anzuerkennen, dass ein Sachverhalt mit mehreren Lösungen zum Erfolg gebracht werden kann. Unser Kind kam in einem Krankenhaus zur Welt. Die Geburt wurde federführend von Hebammen begleitet. Als es dann „etwas schwierig“ wurde, kam Frau Doktor dazu. Das Niederlande-Modell?? Und eins ist auch klar: Schwangerschaft und Geburt sind keine „Krankheit“ für ein „Kranken“-Haus. Und vor gar nicht mal so vielen Jahrzehnten war Hausgeburt das Normalste von der Welt.

  8. Hi Bryna,
    Ich hab da so meine Bedenken. Mein Vater war Jahrgang 1940, seine Mutter starb bei einer Hebammengeburt. Das gab´s zu der Zeit noch, die medizinische Versorgung war in den Kriegsjahren wohl auch sehr mangelhaft. Der Opa war zu der Zeit im Krieg und kam erst Anfang 45 heim. In seinen Kindheitsjahren wurde mein Vater ziemlich herumgereicht, bei der Uroma, Oma, Tanten etc. . Naja, das hat ihn ziemlich geprägt, auch in der Art wie er in Beziehung mit jemand trat. Da fehlt, ähnlich wie bei Impfungen, den Leuten so die Erinnerung, wie es früher mal war, wie groß das Risiko war und wieviel gestorben sind.
    Anderes Thema: Ich weiß, dass man seit fast 40 Jahren versucht, eine heimelige Wohnzimmeratmosphäre in die Kreissääle zu bekommen, einer meiner Profs (hab Innenarchitektur studiert) bekam so seine ersten Lorbeeren. Momentan sind die Krankenhäuser da aber eher wieder im Hintertreffen. Aber da ist viel machbar was auch „entspannend“ wirken könnte. Was klinisch ist muß nicht klinisch aussehen. Wäre ein weiterer Ansatz, der mal wieder aufgenommen werden sollte.
    Gut finde ich, dass man viele in den NL offenbar manche Frauen gar NICHT zuhause gebären LÄSST, was möglicher Weise bei uns schon einen Aufschrei provozieren würde. Naja, und dann hab ich eine Zahl aus dem vorletzten Spiegel im Kopf, nachdem etwa 20% aller Hausgeburten in D während des Geburtsverlaufs doch wieder im Krankenhaus landen. (Wenn da in so einem Fall etwas schief geht, würde mich überhaupt interessieren wo das dann statistisch erfasst wird: bei den Kliniken oder bei den Hausgeburten?…) Ich stelle mir das schlimm vor (bin ja auch Vater, alleinerziehender sogar), während eines Geburtsprozesses noch mal umziehen zu müssen.
    Und ein weiterer Punkt, und ich glaube da sind die Niederländer prakmatischer und wissenschaftlicher, ist der ganze Hebammen-Schmuh: von Homöopathie, Impfparanoia (gibt eine Zahl wonach nur etwa 15% der Hebammen geimpft sind), oder (was ich besonders krass finde, weil ich eine Frau kannte die da schon drunter gelitten hat) die Theorie, echte Frauen gebären normal ohne Kaiserschnitt: Die anderen wären faul, oder schwach. Parallel kommt dann noch die Idee (bei Anthroposophen weit verbreitet) Kinder die nicht durch den Geburtskanal sind wären minderwertig, psychisch labil etc. weil sie eine wichtige Erfahrung nicht gemacht haben. Bei deutschen Hebammen erhalten wir das komplette Arsenal an Pseudoheilkunde, von der germanischen neuen Medizin über Heidnische Rituale weiter zur Antroposophie, Karma-Ideen und Homöopathie.
    Ums mal zusammenzufassen: Hebammen wären mir wesentlich sympatischer, wenn sie versuchen würden über ein offensives Qualitätsmanagement ihre Gebüren-Probleme in den Griff zu bekommen (dann auch gerne mit zusätzlicher Unterstützung), statt die x-te Petition mit Pauschalforderungen einzubringen. Da hört man leider sehr wenig. LG.

    1. Ach, hi, schön von dir zu hören! Vielleicht hatte ich ja nur Glück, aber meine Hebammen waren alle nicht besonders esoterisch. Es gab sogar die Geschichte einer Hebamme, die mal ein Kind nach einer Hausgeburt gegen den Willen der Eltern vom Jugendamt hat in die Klinik bringen lassen wegen gefährlichen Komplikationen. Die Eltern waren ideologisch wohl so far out, dass sie dachten, nach einer so schönen Hausgeburt könne es gar nicht sein, dass was nicht stimme. Das gibt es also auch.

      Und ja, es sind wirklich viele, die eine Hausgeburt planen, aber dann doch noch in der Klinik landen. Weil’s nicht voran geht oder irgendwas doch nicht mehr ganz komplikationsfrei ist. Das ist auch in den Niederlanden so. Hab die Zahlen jetzt nicht im Kopf, aber es sind, glaub ich, sogar noch mehr als 20 Prozent. Bei den Erstgebärenden sogar über 40 Prozent, wenn ich mich recht erinnere. Ist natürlich ätzend, der Gedanke noch mal mittendrin umziehen zu müssen, aber für mich ist die hohe Rate eher ein Zeichen dafür, dass wirklich beim kleinsten Pieps lieber verlegt wird. So seh ich das jedenfalls.

      Mir war aber auch wichtig noch mal nachzuprüfen, wie diese Fälle in die Statistik eingehen. Zumindest in den niederländischen Studien, auf die ich mich beziehe, werden diese verlegten Geburten als „geplante Hausgeburten“ geführt. Somit sind die Risiken dieses Transports bei den Hausgeburten mit eingerechnet.

      Bei der Sache mit den Haftpflichtbeiträgen hab ich auch erst vermutet, dass bei Hausgeburten vielleicht mehr passiert. Aber dem ist nicht so. Die Beiträge für die Versicherung steigen nicht, weil mehr passiert. Im Gegenteil. Sondern weil im sehr seltenen Schadensfall immer mehr Geld verteilt wird. Das sind richtig amerikanische Verhältnisse. Sieht man auch an den Anwaltskanzleien, wenn man das mal googelt. Da gibt’s nicht nur Schmerzensgeld an die Eltern, sondern Millionensummen an die Sozialversicherer. Als Kompensation, dass sie bis zum Lebensende für das Kind aufkommen müssen, wenn es schwer behindert ist zum Beispiel.

      Das treibt nicht nur die Hebammen an den Rand. Auch die Beiträge der Frauenärzte in der Geburtshilfe sind in den letzten Jahren gestiegen und kleinere Geburtsstationen in Krankenhäusern können z.T. nicht mehr wirtschaftlich arbeiten und müssen geschlossen werden deswegen. Das ist ein Problem der gesamten Geburtshilfe. Und das ist nicht gut. Denn wenn es zu einer Konzentration der Geburtshilfe in wenigen, größeren Zentren kommt, dann erhöht das das Risiko auch für die Frauen, die in der Klinik gebären wollen, aber erstmal ne Stunde dahin fahren müssen. Das hätte bei mir bei der ersten Geburt zum Beispiel nicht gereicht. Da sind wir nur 10 min hingefahren und dann hatte ich dort im Treppenhaus schon die erste Presswehe. Ich wäre also eine Kandidatin für die Geburt im Auto gewesen, wenn das nächste Krankenhaus mit Geburtshilfe weiter weg gewesen wäre. Auch deswegen sehe ich diese Entwicklung mit Sorge. Das hat auch Konsequenzen für die Mehrheit der Frauen, die in der Klinik entbinden wollen.

    2. Wir sind uns natürlich einig: oberste Priorität hat, dass Mutter und Kind die Geburt heil überstehen. Kenne auch so ne Geschichte aus der Zeit als meine Oma noch jung war, dass eine Frau, die sie kannte, nach einer Geburt verblutet ist. Das passiert heute sehr viel seltener. Egal ob zu Hause oder in der Klinik. Sowohl die Säuglings- als auch die Müttersterblichkeit war nie so niedrig wie heute in den Industrieländern. Es sind nur ganz wenige, die’s nicht schaffen. Früher musstest du in Prozent rechnen, heute sind’s winzige Promille-Zahlen. Und das unabhängig davon, wo du deine Wehen beginnst und wo das Kind dann kommt.

    3. Ja, schau viel zu selten vorbei 🙂
      Noch eine statistische Sache, die du erwähnt hattest: In den Niederlanden sieht das Restrisiko annähernd gleich aus. Wenn ich aber davon ausgehe, dass die Fälle mit höherem Komplikationsrisiko vorher schon aussortiert sind und auf der Krankenhaus-Seite zugeschlagen sind, ist die Statistik womöglich doch nicht mehr so gleich, weil´s vorher schon einen „Selection Bias“ gegeben hat.
      Weiterer Punkt:
      Die Verhandlungen zwischen dem Gesetzgeber und den Hebammen wurde von Seiten der Hebammen abgebrochen. Grund war, dass der Gesetzgeber bei Frauen, die vom errechneten Geburtstermin her drüber sind, eine Klinikgeburt vorschreiben wollte (stand im vorlezten Spiegel). Jetzt kann ich hier aus den (deinen) Kommentaren rauslesen, dass das Sterbe-Risiko für das Kind nach dem errechneten Termin um den Faktor 9 steigt (war die Sache hier mit den eingeleiteten Geburten). Ich finde das dann schon ein wenig trotzig, wenn die Hebammen dann in solchen Fällen mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau argumentieren (Spiegel). Gibt ja auch noch ein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, dass im Prinzip ja schon für ein Neugeborenes gilt? Da ist schon auch viel im Argen, nicht immer zum Wohl des Kindes und der Mutter. Da geht´s um Proports und oft um irrationale Überzeugungen. Das meine ich mit Qualitätsmanagement.
      LG, Jemseneier

    4. Find ich klasse! Du fragst alles, was ich aus dem Artikel rausgeworfen hab, weil’s sonst zu lang geworden wär und es so ins Details eh kaum einer wissen will… 😉

      Also, es werden da in beiden Gruppen nur Frauen mit absolut komplikationsfreien Schwangerschaften verglichen, sprich: jeweils Primary Care, in beiden Fällen von Hebammen geleitet. Die mit Vorerkrankungen und schwierigen Schwangerschaften sind in Secondary Care bei Ärzten und von daher gar nicht in den Studien drin.

      Die Verhandlungen der Hebammen mit den Krankenkassen beobachte ich nur im Augenwinkel. Aber das, was die Krankenkassen vorgeschlagen haben, war, so weit ich weiß, dass ab dem 1. Tag über Termin ein Arzt eingeschaltet werden muss. Und dieser Vorschlag scheint mir nicht evidenz-basiert. Ne Woche später meinetwegen, aber sicher nicht am Termin selbst. Ist ja – wie gesagt – nur ein ungefährer Tag. Mit großzügigem Plus und Minus. Von daher kann ich verstehen, dass dieser Vorschlag als Provokation gewertet wurde. Als Symbol dafür, dass es den Kassen nicht um Evidenz und Sicherheit geht, sondern um eine Verschiebung von Entscheidungsrechten von der Hebamme zum Arzt. Und eine solche Verschiebung ist weder nötig noch ratsam, wenn man sich die niederländischen Zahlen anschaut. Im Gegenteil. Ärzte machen eine Normalgeburt nicht sicherer. Und diese Erkenntnis sollten die Verhandlungen auch widerspiegeln, finde ich. Durch Respekt und einen Umgang, in dem es um die Sache geht. Die Sicherheit. Und nicht um Machtkampf. Das zumindest ist meine Meinung.

      Ich finde zudem, dass es ungerechtfertigt ist, den Hebammen vorzuwerfen, sie würden in manchen Fällen höhere Risiken eingehen als notwendig, wenn das den Ärzten in ähnlichen Situationen nicht zum Vorwurf gemacht wird. Es ist z.B. ganz klar, dass die Kaiserschnittrate in Deutschland höher ist als nötig. Vor dem Hintergrund, dass das eine Operation ist, mit Operations- und Narkoserisiken, etc. würde ich erwarten, dass von Seiten der Kassen genauso Druck auf die Ärzteschaft ausgeübt wird, ihre Raten zu senken, zum Wohle von Kind und Mutter. Wird aber meines Wissens nach nicht gemacht. Und sowas ist für mich ein Messen mit zweierlei Maß. Das kann ich nicht verstehe, wenn doch angeblich alles um die Sicherheit geht. Ich bin nämlich sehr für Sicherheit und wünsche mir eine faire und evidenzbasierte Debatte darüber. Die findet aber meist nicht statt.

    5. Hi Bry,
      du hast mich fast überzeugt. So umfassend hab ich das von den Hebammen selbst nie gehört, die sind mir da immer ausgewichen…
      Der Gefahr einer unnötigen Operation steht die Gefahr einer zu späten Operation entgegen, und wenn die Statistik nun so stimmt, scheint das in etwas aufzuwiegen.
      Über Fristen kann man natürlich streiten, muss man wohl auch. Vielleicht rollt man das wirklich komplett statistisch auf, so wie du´s gemacht hast – und die Mütter profitieren, weil beide Seiten in Konkurrenz auf höhere Sorgfalt bedacht sind. Wäre immer zu wünschen, obwohls uns offensichtlich sowieso gut geht.
      Das Esoterikthema bei Hebammen finde ich trotzdem bedenklich, und da wäre schon ein Punkt zur verbesserung. Hier mal ein Bericht aus einem Seminar für Hebammen von der Firma Weleda. Realsatire…
      http://scienceblogs.de/bloodnacid/2013/03/15/gastbeitrag-heise-luft-fur-hebammen-das-training-im-esoterischen-denken-beginnt-schon-vor-der-geburt/
      LG, Jemseneier

    6. Hallo Jemseneier,

      Du schreibst, dass Du es „ein wenig trotzig“ findest, dass die Hebammen bei ihren Verhandlungen mit dem Gesetzgeber mit dem Selbstbestimmungsrecht der Frau argumentieren, als der ihnen eine Klinikgeburt bei Überschreiten des errechneten Geburtstermins vorschreiben wollte.

      Wer mag, kann das so sehen. Meiner Meinung nach ist es das jedoch absolut nicht. Bei unserem ersten Kind z.B. wurde von der Frauenärztin der 11. April als Termin errechnet. Dieser Termin war bereits überschritten, als unsere Hebamme feststellte, dass es bei der Berechnung einen Fehler gegeben hatte. Der Termin wurde daraufhin auf den 16. April korrigiert. Der tatsächliche Geburtstag (22. April) lag dann vom ursprünglich berechneten Termin aus gesehen bereits im fast kritischen Bereich, vom zweiten berechneten Termin aus aber noch nicht.

      Noch ein weiterer Umstand ist für mich ein deutlicher Beleg dafür, dass man die errechneten Termine zumindest mit Vorsicht genießen sollte und es bei deren Überschreiten deshalb auch nicht angebracht ist, übervorsichtig oder gar überängstlich zu reagieren: Mir wurde von verschiedenen Seiten (Ärzte, Hebammen) gesagt, dass nur rund 3 % aller Kinder tatsächlich am errechneten Termin geboren werden, satte 97 % aber nicht!

    7. über Termine kann man streiten, wie gesagt. Aber das „Selbstbestimmungsrecht“ sehe ich in diesem Fall trotzdem als absolut grenzwertig an, weil man bei der Argumenttationsebene gleichzeitig das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit unter den Tisch fallen läßt.

  9. Hallo Jemseneier,

    gestatte mir, dass ich Dir ein weiteres Mal widerspreche. Wenn ich Dich richtig verstehe, stehen für Dich das Selbstbestimmungsrecht der werdenden Mutter und das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit im Widerspruch zueinander. Dem ist aus meiner Sicht nicht so, im Gegenteil, beides ergänzt sich. Denn ich gehe grundsätzlich davon aus, dass die Frauen sowohl das Beste für ihr Kind als auch für sich wollen, also körperliche Unversehrtheit. Und ich bin mir sicher, dass viele Frauen sehr gut einschätzen können, was für sie selbst und für ihr Kind das Beste ist. Zudem bin ich nach den Erfahrungen mit unserer Hebamme fest davon überzeugt, dass viele Geburtshelferinnen die werdenden Mütter aufgrund der wochenlangen persönlichen Betreuung ebenfalls gut einschätzen können und sie dahingehend beraten, verantwortlich und sinnvoll zu handeln.

    Dementsprechend muss eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Klinikgeburt bei Überschreiten des errechneten Geburtstermins eben nicht das Beste sein. Ich erwähne nur noch mal die die Fahrt ins Krankenhaus, die für Frauen in den Wehen eine große psychische Belastung darstellen kann und die meine Frau tatsächlich genau so empfunden hat. Auch einige Äußerungen und Handlungen der Klinik-Ärzte und -Hebammen während der Geburt selbst haben ihr Angst gemacht und sie verunsichert, was ganz sicher nicht zu einer reibungslosen Geburt beigetragen hat.

    Genau diese Faktoren waren es, die bei ihr dazu geführt haben, sich bei den folgenden Schwangerschaften für eine Hausgeburt zu entscheiden. Beide Geburten sind deutlich entspannter und weniger belastend vonstatten gegangen. In beiden Fällen hätten wir jedoch bei der von mir kritisierten gesetzlichen Regelung wiederum ins Krankenhaus gemusst, weil der errechnete Geburtstermin überschritten war. Zumindest bei der letzten Geburt wäre das Baby aufgrund der kurzen Zeit zwischen Wehenbeginn und tatsächlicher Geburt im Auto gekommen. Und das soll wirklich sicherer sein, als entspannt zu Hause??? 😉

    1. Man muss da zwei Sachen trennen. Einmal die Forschungslage, wie hoch das Risiko ist und zum Anderen, wie wir das bewerten.

      Zur Forschungslage und als Antwort an Andreas: Natürlich geht in den allerallermeisten Fällen wirklich alles gut, egal was man bei Terminüberschreitung von mehr als 1 Woche tut. Zum Glück! Aber die Forschung zeigt auch eindeutig, dass es doch mit einem höheren Risiko für den Tod des Kindes verbunden ist, nicht einzuleiten. Zwar liegt in beiden Fällen das Risiko im Promillebereich, aber bei der einen Entscheidung (abwarten) ist die Sterblichkeit doch eindeutig erhöht gegenüber der anderen Entscheidung (Geburt einleiten). Wie gesagt: im ersten Fall sterben 9 von 3000, im zweiten Fall nur 1 von 3000. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Das ist einfach so. Da ist die Forschung ziemlich eindeutig.

      Was die Bewertung davon angeht und damit die Antwort an Jemseneier: Wenn eine Strategie riskanter ist als die Andere, folgt daraus immer, dass wir die risikoärmere Strategie wählen? Nein, natürlich nicht. Zumindest verhalten sich im Alltag die meisten Menschen nicht so. Denn wir gehen ja – wie gesagt – ständig und überall höhere Risiken ein als unbedingt notwendig, auch für unsere Kinder. Auch aus ganz „unnötigen“ Gründen wie Bequemlichkeit, Abenteuerlust und Neugier. Wir fahren mit unseren Kindern auf der Autobahn, reisen mit ihnen in Entwicklungsländer, erlauben, dass sie riskante Hobbys haben oder als Jugendliche alleine zu Partys gehen. Wenn wir unser ganzes Leben gemäß einer Minimal-Risiko-Strategie planen würden, dürften wir nichts davon machen. Nichts! Wir dürften nur in dem jeweils sichersten Verkehrsmittel und in die sichersten Länder fahren, dürften unseren Kindern nur Hobbys mit dem geringsten Verletzungsrisiko erlauben und dass wir Jugendliche irgendwo hingehen lassen, wo Alkohol fließt, undenkbar!

      Natürlich sagt der Staat bei bestimmten Risiken: „Hier ziehen wir eine Grenze. Das erlauben wir nicht.“ Und das finde ich auch in Ordnung. Auch wenn wir versuchen von gesetzlicher Seite zumindest lenkend einzugreifen, um Risiken zu minimieren. Aber es darf, finde ich, dabei nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Das ist das allerwichtigste dabei. Wenn man z.B. ab einer Terminüberschreitung einer bestimmten Länge eine Klinikgeburt vorschreibt und die Selbstbestimmung da einschränkt, ist – finde ich – genauso zu überprüfen, wo die Selbstbestimmung der Frau bei ärztlichen Möglichkeiten eingeschränkt werden muss. Ich denke da z.B. an die Möglichkeit des geplanten Kaiserschnitts. Es gibt ja Mütter, die wollen einfach keine vaginale Geburt. Aus vielfältigen Gründen. Das müssten wir dann genauso verbieten.

      Das heißt nicht, dass ich sowas fordere. Meine Haltung ist eher die, dass ich eine faire Debatte will. Wenn deren Ergebnis ist, dass wir den Paaren die Freiheit lassen, auch riskantere Entscheidungen zu treffen, dann bitte sowohl im Hausgeburts- wie im Klinikbereich. Wenn wir ihre Freiheit einschränken um der Sicherheit willen, dann bitte auch jeweils in beiden Bereichen, also zu Hause und im Krankenhaus. Und zwar entsprechend der Ergebnisse evidenz-basierter Forschung.

      Eine einseitige Diskussion, die so tut, als ob nur Hebammenhandeln mit erhöhtem Risiko verbunden sein kann, kann ich nicht ernst nehmen. Eine künstlich einseitige Risikodebatte ist für mich immer ein Zeichen dafür, dass es keinem der Diskutierenden tatsächlich um Sicherheit geht, sondern dass es vorgeschobene Empörungsgründe sind, also eigentlich eine Scheindebatte, unter der sich ideologische und/oder machtpolitische Interessen verstecken. Ähnlich wie bei der Gentechnik.

    2. Danke, Brynja, für diese Antwort. Besser kann man es nicht formulieren, finde ich. Was Du schreibst, spricht mir komplett aus der Seele, und es ist im Prinzip genau das, was auch ich mit meinen Einlassungen ausdrücken wollte.

      Speziell Deine Argumente in den letzten drei Absätzen empfinde ich genauso. Es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden, wird es aber oft, was mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun hat, sehr wohl aber mit Ideologie und machtpolitischen Interessen. Wenn man jedoch erreichen will, dass die werdenden Mütter sich wohl und sicher fühlen und dass möglichst wenig passiert, ist mit Ideologie und der Durchsetzung von Macht niemandem geholfen.

    3. Hi,
      Bry, ich kann dir im Prinzip recht geben. Und muss dazu anfügen, dass ich natürlich auch voreingenommen bin! Ich führe einen Esoterik-kritischen Blog, der auf Gefahren aus diesem Bereich hinweist, daher übernehme ich hier auch diesen Part. Andere sollen gerne die mir oppositionelle Meinung vertreten. Ich bin nicht unparteiisch, gebe das hier unumwunden zu, im Sinne einer ehrlichen Debatte. Unparteiisch ist eh immer nur der Leser, wie bei jeder Diskussion.
      An Andreas: Aus meiner Erfahrung aus dem Esoterik-Kritik-Bereich, und aus der, dass ich mit Mitte 20 und mit wenig Lebenserfahrung (Abi und halbes Studium) Vater geworden bin: Man kann sich in diesen Situationen atalk keine eigene Meinung „bilden“, und muss sich auf die Ratschläge seines Umfeld verlassen. Emotionen sind da sehr steuerbar, abhängig davon welche Geschichten einem vorher erzählt worden sind, welche Bilder gemalt wurden. Nichts kann man leichter manipulieren, als „Bauchgefühl“. LG.

    4. Ich kenn ja dein Blog und fand’s daher ganz normal, dass du besonders skeptisch bist, wenn etwas von einem der „üblichen Verdächtigen“ in Sachen Esoterik kommt. Ich hab mich sogar gefreut über dein Abklopfen der Beweislage. Ich mag ja das kontroverse, aber respektvolle Debattieren. Und das geht ja nicht mit jedem. Also: bist auch mit deinem Widerspruch und deiner Skepsis immer herzlich willkommen… 😉

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