Die Wissenschaft braucht Verteidiger ihrer Unabhängigkeit, aber keine heiligen Krieger

Mit seiner Skepsis gegenüber Skeptiker-Organisationen sprach mir Science Blogger Florian Freistetter vor ein paar Tagen aus der Seele. Mein Verhältnis zu den Skeptikern ist ähnlich zwiespältig wie seins, weil auch mir die Art des Umgangs mit Andersdenkenden oft gar nicht gefällt. Ich finde aber auch die Einseitigkeit der Skeptiker schade. Denn esoterischer Einfluss ist nicht die einzige Gefahr für die Wissenschaftlichkeit.

Mit seinem Blog Astrodicticum simplex und seinen Büchern sieht sich Florian vor allem als Vermittler von allgemeinverständlichem Wissen über die Astronomie. Dazu gehört für ihn auch, den Leuten zu erklären, was Wissenschaft eigentlich ist – und was eben nicht. Astronomie zum Beispiel abzugrenzen gegenüber Astrologie oder Weltuntergangs-Mythologie.

Man sollte meinen, dass diese Haltung ihn zum natürlichen Verbündeten von Skeptiker-Organisationen macht, deren Hauptanliegen ja genau solche öffentliche Aufklärung ist. Schließlich setzen sich Vereine wie die GWUP doch engagiert genau dafür ein, die Leute zu sensibilisieren für den Unterschied zwischen Wissenschaft auf der einen und Esoterik/Pseudowissenschaft auf der anderen Seite.

Eigentlich eine gute Sache

Aber Florian hält bewusst Abstand zu den Skeptiker-Organisationen und in dem Artikel versucht er zu erklären, warum. Dahinter stecken weder inhaltliche Differenzen noch persönliche Animositäten, wie er betont. Vielmehr ist er nicht auf einer Linie mit den Skeptikern was die Art des Auftretens angeht.

Er fragt sich vor allem, ob der Aktivismus der Skeptiker nicht manchmal kontraproduktiv ist und ob ihr öffentlicher Streit mit Esoterikern wirklich die Leute erreicht, die erreicht werden sollen.

Und da kann ich ihn gut verstehen. Mir geht es nämlich ganz ähnlich. Einerseits denke ich: Ist doch super, dass die Skeptiker es sich zur Aufgabe machen, Welt-Erklärungen, Ratschläge und Überzeugungen kritisch unter die Lupe nehmen. Dass sie aufklären, was vom wissenschaftlichen Standpunkt dran ist an Verschwörungstheorien, Geisterglauben oder auch Homöopathie.

Der Ton macht die Musik

Um die Grenze zwischen Fakten und Glaube aktiv zu verteidigen, gehört aber für viele Skeptiker dazu, sich mit den Anhängern der von ihnen kritisierten Vorstellungen verbal die Köppe einzuhauen. Der Ton in diesem Austausch von Beschimpfungen ist scharf und feindselig. Dieses Kampfgetöse hat mich immer abgetörnt.

Florian vergleicht das Zusammentreffen von Skeptikern und Esoterikern mit Fangruppen in Stadien, wenn er schreibt:

Aus Sicht der Menschen, die man eigentlich erreichen will, ergibt sich das Bild von zwei extremen Gruppierungen die einander unversöhnlich gegenüberstehen, mit den “normalen” Menschen in der Mitte. Die Situation lässt sich vielleicht mit zwei rivalisierenden Fußball-Ultrafangruppen vergleichen, die einander im Stadium aggressive Sprechchöre an den Kopf werfen und die breite Masse der restlichen Fans will eigentlich nur das Spiel sehen und ist froh weder mit den einen noch mit den anderen etwas zu tun zu haben.

Meinungsäußerungen von Skeptikern zielen in meiner Beobachtung auch viel zu oft darauf ab, die Vorstellungen von anderen Menschen öffentlich lächerlich zu machen. In meinen Ohren jedenfalls klingen zumindest die in Kommentarspalten auftretenden Skeptiker oft genauso missionarisch und abwertend wie ihre erklärten Feinde.

Ein Abwenden mit Bedauern

Ich denke ähnlich wie Florian, dass es werbewirksamer wäre für das wissenschaftliche Denken, wenn die Leute, die es verteidigen, vernünftig und sympathisch rüberkommen würden  und nicht wie die Schlachtenbummler, die gemeinsam zum Eso-Bashing ziehen.

Ich hab mir lange versucht zu sagen: Naja, die machen halt ihr Ding, ich mache meins. Wenn mir der Grundtenor vieler Skeptiker nicht liegt, suche ich mir einfach andere Leute, die mir besser reinlaufen. Man muss ja nicht mit allen können.

Aber ich find’s einfach schade, dass mich die Gesprächskultur gerade derjenigen Leute abstößt, die sich öffentlich am meisten für Wissenschaftlichkeit einsetzen. Ich bedauere es, dass ich mich deswegen nicht mit Menschen zusammentun kann, denen eigentlich doch die gleichen Sachen wichtig sind wie mir.

Worum es nicht geht

Um es noch deutlicher zu machen: Ich bin tatsächlich lieber in Gesellschaft von toleranten Leuten mit kleinen Eso-Ecken in ihren Köpfen als in Gesellschaft von heiligen Kriegern. Auch wenn es heilige Krieger meiner eigenen Weltanschauung sind.

Ich habe diese kleinen Ecken im Denken der Leute, die eher von Glauben dominiert sind als von Wissen, nie als Bedrohung für naturwissenschaftliches Denken empfunden. Egal ob es nun christliche Vorstellungen sind oder das Legen von Tarotkarten oder der Gang zum Homöopathen.

Meist existieren diese Ecken ganz friedlich neben anderen Vorstellungen über die Welt –  auch naturwissenschaftlich geprägten. Deswegen glaube ich auch nicht, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn man es nur schaffen könnte, mit der Fackel der Aufklärung alle diese Ecken kräftig auszuleuchten, damit die Menschen erkennen, was für einen Quatsch sie geglaubt haben. Das ist nicht nur anmaßend, sondern auch illusorisch.

Was der Wissenschaft wirklich schadet

Meine Vorstellung von Aufklärung ist eher, für die größtmögliche Unabhängigkeit der Wissenschaft zu werben. Das wissenschaftliche Denken ist nämlich überhaupt nicht dadurch in Gefahr, dass nicht alle von seinen Ergebnissen überzeugt sind. Und davon, dass es alternative Vorstellungen gibt, die nicht aus wissenschaftlichen Quellen stammt.

Aber es ist in ernster Gefahr, wenn die Wissenschaft selbst von anderen Interessen unterwandert wird als dem reinen Erkenntnisgewinn mit wissenschaftlichen Methoden. Meine Alarmglocken klingeln sehr laut, wenn anti-wissenschaftliche Kräfte Einfluss auf die Wissenschaft gewinnen.

Aber diese Gefahr droht beileibe nicht nur aus esoterischer Richtung. Und daher finde ich die Konzentration allein auf diese „Front“ bei den Skeptikern auch zu einseitig.

Denn jeglicher anderer Einfluss von gesellschaftlichen Gruppen, von Politik, Wirtschaft und Glaubensgemeinschaften kann die Unabhängigkeit der Wissenschaft mindestens genauso bedrohen. Und selbst innerhalb der Wissenschaft ist die Wahrheitssuche manchmal korrumpiert.

Andere Interessen als der Erkenntnisgewinn

Forscher selbst sehnen sich oft nach bestimmten Ergebnissen, die ihrer Karriere einen Schub verleihen würden. Wer da per Manipulation nachhilft, begeht Forschungsbetrug. Aber auch die Mehrheit, die sauber bleibt, sorgt oft für Verzerrungen. Weil sie bevorzugt die sensationellen Ergebnisse publiziert und negative unveröffentlicht bleiben.

Auch Parteien nehmen Einfluss. Sie lenken die öffentliche Wahrnehmung bevorzugt auf die Ergebnissen, die zu ihrem ideologischem Unterbau passen. Sie versuchen den Fluss von Fördergeldern so zu beeinflussen, dass möglichst viel in Richtungen geforscht wird, die ihre eigene Weltanschauung  bestätigen. Das kann auch dazu führen, dass unabhängige Forschung durch tendenziöse ersetzt wird.

Auch gibt es Interesse aus der Wirtschaft, dass bei Forschung ganz bestimmte Ergebnisse rauskommen. So  kann Druck entstehen, der die Unabhängigkeit der Wissenschaft gefährdet. Entweder Druck hin zu Ergebnissen, die den Unternehmen nützen. Oder Druck weg von Ergebnissen, die der Verkäuflichkeit bestimmter Produkte im Weg stehen. Einflussmöglichkeiten gibt es viele:  indirekt über Lobbyarbeit oder Marketing und direkt als Auftrag- und Geldgeber.

Aber wer verteidigt an allen Grenzen?

Ich würde mir ja Organisationen wünschen, die sich für alle diese möglichen Gefährdungen von Wissenschaftlichkeit zuständig fühlen und die Öffentlichkeit aufklären, dass wir alle was davon haben, wenn die Wissenschaft gegen solche Einflüsse verteidigt wird.

Ich finde es absolut wichtig, wie sich die GWUP und andere Skeptiker engagiert haben, um die Homöopathie-Akademie in Traunstein zu verhindern. Nicht weil es die Homöopathie nicht geben darf, sondern weil diese medizinische Richtung einfach nicht auf wissenschaftlichen Füßen steht. Warum sollte es eine Hochschulausbildung und akademischen Weihen geben für eine Lehre, die ja auch von sich selbst sagt, dass ihre Wirkung auf geheimnisvollen, magischen Kräfte beruht, die sich dem wissenschaftlichen Nachweis entziehen?

Grund zum Feiern gab es für mich aber mindestens ebenso bei einem anderen aktuellen Sieg für die Wissenschaftlichkeit: Die internationale Mediziner-Organisation Cochrane Collaboration hat es nämlich geschafft, die Pharmafirma Roche dazu zu bringen, wirklich alle Studien zu dem Grippemedikament Tamiflu herauszurücken. Nur durch diesen – sich über Jahre hinweg ziehenden – Kampf um die Daten ist nun erstmals wirklich unabhängige Forschung zur Wirksamkeit und Sicherheit dieses Medikaments möglich geworden.

In den deutschen Medien stand vor allem im Mittelpunkt, ob es gerechtfertigt war, dass Regierungen überall in der Welt Unmengen dieses Medikaments eingelagert haben. Was mir in den Artikeln oft fehlte, war aber die ebenso angemessene Darstellung davon, was für einen Durchbruch im Kampf um Transparenz und Wissenschaftlichkeit die öffentliche Verfügbarkeit dieser Daten eben auch darstellt.

Es fehlten in Deutschland nach meiner Beobachtung Artikel wie der von Ben Goldacre im englischen Guardian, die wirklich erklären, was und warum da was schief hängt mit der Wissenschaftlichkeit in der Pharmaforschung und warum die Unabhängigkeit wichtig ist.

Aber wo sind die Aktivisten und Organisationen hierzulande, die sich an mehreren wichtigen Fronten für die Unabhängigkeit der Wissenschaft einsetzen?

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10 Gedanken zu „Die Wissenschaft braucht Verteidiger ihrer Unabhängigkeit, aber keine heiligen Krieger“

  1. Moin
    ja, unterschreibe ich (Mitglied bei den Skeptikern) alles soweit. Nur sehe ich a) nicht die heiligen Krieger bei uns und b) wenn dem doch so sein sollte, fehlen vielleicht einfach nur Leute wie Du oder Florian, die der Sache etwas mehr Balance einbringen? Denn nichts tun und das Feld der Anti-Wissenschaft zu überlassen, kann es ja auch nicht sein. Daher würde ich mich über ein Zuwachs ein sachlicher Vernunft bei den Skeptikern freuen.
    Grüße
    Der Rolf

  2. Hallo,

    nachdem ich auch durchaus öfter im Web in Diskussionen unterwegs bin, fühle ich mich jetzt mal angesprochen von der geäußerten Kritik und beziehe (zumindest für mich selbst) Stellung.

    Zunächst einmal: Das angesprochene Problem ist real. Für einen Außenstehenden wirken ständige Diskussionen bestimmt eher emotionsgeladen als rational auf der Sachebene stattfindend. Und ja, das hat mit Sicherheit auch kontraproduktive Aspekte.

    Die Frage ist aber dennoch: What can we do? Und – sorry, bei allem Verständnis – ein konstruktiver Vorschlag fehlt mir hier komplett. Es ist leicht, darauf hinzuweisen, dass Streitgespräche auch friedfertige Menschen abstoßen. Schwer ist es dagegen, eine Lösung für das Problem zu benennen.

    Sicher sollte der Skeptiker stets auf der Sachebene bleiben und seinen Standpunkt höflich und sachlich vortragen. Ich nehme das jetzt einmal als Grundvoraussetzung. Dass Beleidigungen dem Ansehen der Wissenschaft schaden, darüber muss nicht diskutiert werden.

    Nach meiner Erfahrung nutzt das in Bezug auf die Wahrnehmung der Diskussionen durch Dritte jedoch nur wenig: Wenn die Gegenseite auf die emotionale Ebene geht und lamentiert, wie sehr der letzte Kommentar doch arrogant oder gar inquisitorisch gewesen sei (unabhängig davon, ob er es war), ist die beschriebene Wirkung auf Außenstehende auch schon möglich.

    Was also tun? Schweigen? Einer Diskussion aus dem Weg gehen?

    Sind wir ehrlich: Was ist die Folge? Hinter der Esoterik, speziell der Homöopathie stehen handfeste finanzielle Interessen. Ist wirklich zu erwarten, dass sich die Diskussion früher oder später von selbst erübrigt, wenn sich Wissenschaftler in ihren Elfenbeinturm vergraben?

    Die Psychologie kennt das Phänomen der einseitigen Beeinflussung: Aussagen, egal wie ausgefallen oder unwahrscheinlich sie sind, werden umso plausibler wahrgenommen, je öfter wir sie unwidersprochen hören.

    Ist es also wirklich sinnvoll zu schweigen, während sich Homöopathen vor dem wissenschaftlichen Laien aufbauen und ihm erzählen, die Quantenphysik erkläre die Homöopathie, Wasser habe ein Gedächtnis und Studien bester Qualität würden die spezifische Wirksamkeit der homöopathischen Hochpotenzen längst belegen?

    Man bringe mir ein stichhaltiges Argument dafür, dass der Laie Lügengespinste, wie sie zum Beispiel Frau Schlingensiepen in ihrem „Homöopathie für Skeptiker“ verbreitet, von selbst durchschaut.

    Man belege mir, dass es wirklich dem Ansehen der Naturwissenschaften weniger(!) schadet, wenn man schweigt, während Esoteriker sie als „auch nur eine Weltanschauung“ darstellen oder behaupten, ihre Ergebnisse hätten ja schließlich auch nur die Haltbarkeit eines Joghurts.

    Man erkläre mir, wie man überhaupt erwarten kann, dass Forderungen nach einem Studiengang der Homöopathie nicht laut werden sollen, wenn sich Homöopathen (oder andere Esoteriker) in der Öffentlichkeit unwidersprochen so werbewirksam wissenschaftlich geben dürfen, wie sie wollen.

    Ich denke nicht, dass die Situation besser wird, wenn dazu geschwiegen wird. Sorry.

    Allerdings ist die Situation so, wie sie jetzt ist, tatsächlich nicht optimal. Im Moment findet die Diskussion über Leute statt, die sich privat engagieren. Und diese setzen sich dadurch dem Vorwurf aus, als Querulant aufzutreten, als verbissener Einzelkämpfer. Das ist schade, weil kontraproduktiv, richtig.

    Eine Möglichkeit, diesem Eindruck entgegenzuwirken wäre aber sehr wohl auch der Schulterschluss.

    Welche naturwissenschaftliche Fakultät hat sich offiziell gegen den Bachelor of Science in Homöopathie ausgesprochen? Keine!
    Wo sind die offiziellen Stellungnahmen zum Quantenschwurbel diverser „alternativmedizinischer“ Verfahren?
    Wer verhindert den scheinwissenschaftlichen Betrieb z.B. in der Homöopathie, der hanebüchene Studien produziert, allein mit dem Ziel, dem Patienten Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen?
    Was ist davon zu halten, wenn eine den Wissenschaften verpflichtete Einrichtung wie das Deutsche Museum die Erklärung der Marburger medizinischen Fakultät von 1992 gegen Homöopathievorlesungen als „rational nicht mehr erklärbar“ bezeichnet?
    Warum muss wirklich ein einzelner Arzt seinen Ruf riskieren und vor Gericht ziehen, um zu beweisen, dass es Masernviren gibt? Und warum steht er dort ganz allein da?

    Eine klare Ansage wissenschaftlicher Fakultäten würde das Engagement einzelner Privatpersonen schlicht und ergreifend überflüssig machen.
    Es ist das Schweigen der naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten Deutschlands, das zu den öffentlichen Diskussionen führt.

    Wenn die Universitäten aus Geldnot nicht selbst zur Verbreitung esoterischen Gedankengutes beitragen würden, sondern sich ihrem Bildungsauftrag entsprechend solcher Unterwanderung verwehren würden, die Diskussionen würden schlagartig verschwinden. Man könnte die Aufklärungsarbeit dann gänzlich humorvoll unter die Leute bringen, wie das dankenswerterweise Hirschhausen, Science Busters et. al. heute schon tun.

    Aber die Aufforderung zum einseitigen Abbrechen der Diskussion übersieht meiner Meinung nach, dass die Esoterik und speziell die Homöopathie weiter werbewirksam unterwegs sein werden und munter den Brunnen gegen Rationalität und kritisches Hinterfragen vergiften werden. Die leben nämlich davon.

    Ute Parsch

    1. Deine Forderung, dass es mehr Abgrenzung von offizieller Seite geben sollte, unterschreibe ich sofort. Ich plädiere nicht dafür zu schweigen. Überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich finde die Diskussion sehr wichtig. Es ist wichtig, dass es Leute gibt, die sich engagieren und immer wieder dagegenhalten indem sie wissenschaftlich Unhaltbares en detail widerlegen. Ich finde das bewundernswert und weiß, wie schwer es ist,immer die Contenance zu bewahren, wenn man es mit aggressiv und irrational argumentierenden Gesprächspartnern zu tun hat. So wie du schreibst bin ich mir aber ziemlich sicher, dass du dich darum bemühst. Dass du weißt, was ich meine. Dass du überhaupt nicht zu denen gehörst, die ich hier kritisiere, sondern eher zu denen, die mich überzeugen könnten, Mitglied in ihrem Verein zu werden… 😉

  3. Ich bin generell ein sachlicher und friedfertiger Mensch und kann dir bis zu einem gewissen Grad zustimmen. Aber wie soll ich einfach ruhig bleiben, wenn mir auf einem öffentlichen Forum wie der „Gesundheitsfrage“ allen Ernstes erklärt wird, dass Wasser nicht nur ein Gedächtnis hat, sondern es auch noch Zahlen lesen kann, die sich wiederum gesundheitsfördernd auswirken – wenn Zähne wackeln. Das soll man einfach als kleine esotherische, liebenswerte Macke meiner Mitmenschen belächeln – und wachsen lassen?

    http://www.gesundheitsfrage.net/frage/wer-hat-erfahrung-mit-homoeopathie-bei-lockeren-zaehnen

    Sorry, aber da kann ich lange erzählen, wie schön die Wissenschaft ist… Mein sachlicher Kommentar wurde übrigens sofort erfolgreich beanstandet und gelöscht. Solcher Unsinn darf aber verbreitet werden. Und das tut er offensichtlich auch. Klar, man kann lächeln und das ignorieren.

    1. Natürlich sind solche Aussagen weit entfernt von jeder Wissenschaft. Da sind einfach magische Rituale beschrieben. Das kann man versuchen klarstellen, wenn es auf einer Seite ist, die solche Diskussion zulässt. Das fände ich auch gut. Wenn einen das aber so wütend macht, dass man verbal aggressiv auf die Autorin dieses Tipps losginge, gäbe man ihr doch nur z.B. die Möglichkeit, sich als arme Verfolgte zu inszenieren, was diesen Ritualen vielleicht eher mehr als weniger Zulauf bringt.Nur so als Gedanke, welche kontraproduktiven Effekte so was haben könnte.

  4. Moin
    Gerade der akademische Schulterschluß ist etwas, was ich sehr vermisse. Ich arbeite an einer Hochschule, und auch hier zieht kaum einer mit.

    Ich verstehe auch die Aussage über die „heiligen Krieger“ nicht. Das habe ich in meinem ersten Kommentar vielleicht nicht deutlich genug gesagt. In meinem ganzen Erleben der GWUP und anderer Skeptiker habe ich keine „heiligen Krieger“ erlebt. Sondern sachlich argumentierende Menschen, die sich mit viel Mühe und Zeit die Falschaussagen der Esoteriker vornehmen und aufklären. Wir werden keine Homöopathen zu Wissenschaftlern machen, aber seit ich mich im skeptischen Umfeld bewege und auch aktiv darüber schreibe und spreche, konnte ich bei Vielen meiner Bekannten/Freunde ein Umdenken erreichen und viele klassiche Fehlschlüsse (Naturheilkunde/Pflanzenheilkunde = Homöopathie) aufklären. Dank der GWUP und anderer Skeptiker fiel das deutlich leichter. Das war für mich der Grund, dieser Vereinigung beizutreten.

    1. Es kann gut sein, dass mein Eindruck trügt und die Mehrheit der Skeptiker überhaupt nicht so ist. Dass ich vielen unrecht tue. Ich habe aber auch noch nie erlebt, dass eine Mehrheit der Vernünftigen mößigend auf die wenigen Scharfmacher einwirkt. Was ich sehe bzw. lese ist: Wenn solche herablassenden, verächtlichen Töne auftreten, wird ihnen eben auch nicht widersprochen. Und damit bleibt für mich der Eindruck bestehen, dass die Skeptiker zumindest eine Gruppe ist, die ihre radikalisierten Sympathisanten mitträgt. Und das erinnert mich an die Antifa an meiner Schule, die auch die Kravallmacher mittrug, die in ihrem Namen zur Demo gingen, aber nur um sich mit der Polizei zu kloppen. Verstehst du, was ich meine? Das ist aber – wie gesagt – ein Außeneindruck, meine Beschreibung davon, was mich bisher abschreckte. Ich kann aber nachvollziehen, was du an Vorteilen für dich siehst und erfahren hast. Das steht nicht wirklich im Widerspruch dazu, denke ich.

    2. Moin
      ich verstehe was Du meinst, aber wo siehst Du diese radikalen Scharfmacher? Ich lese die Zeitschrift „Skeptiker“ und schaue ins GWUP Blog. Weiterhin die Blogs von Norbert Aust und Ulrich Berger, letzerer bei Scienceblogs, wo ich noch einige andere Blogs verfolge, bei denen ich noch nicht mal weiß, ob der Autor Mitglied der GWUP ist (was zeigt, dass ich das auch nicht als Qualitätsmerkmal sehe). Darunter auch den Blog von Florian Freistetter. Im GWUP Blog wird auch immer munter verlinkt, nur so bin ich auf diese Blogs gestoßen. In all diesen Quellen sind mir keine radikalen Scharfmacher untergekommen.

      Meine postitiven Erfahrungen mögen nicht im Widerspruch stehen, aber ich hätte sie nicht so gemacht, würde es den „Verein“ nicht geben. Da sind wir wieder bei dem Punkt von weiter oben: Wo sind die Alternativen? Was spricht dagegen, seine Energien zu bündeln und Synergieeffekte auszunutzen? Natürlich immer im Sinne der Aufklärung. Nicht, um sich als besserer Mensch zu fühlen, was man durch den Beitritt in einen Verein sicher nicht wird.

    3. Ich hab nichts gegen Vereine. Auch nicht gegen die GWUP. Ich finde es – wie gesagt – sogar schade, dass ich mich da so wenig zu Hause fühlen kann. Tut mir leid, dass ich dir keine Beispiele für Scharfmacher-Kommentare gebe. Es wär mir grad zu heikel, jemanden rauszugreifen und direkt zu kritisieren. Aber ich finde jede ad hominem-Kritik überflüssig, jedes direkte „wie blöd biste eigentlich, dass du so ein Scheiß glaubst?“, jedes verächtliche Herabschauen auf andere Menschen. Und Teile davon findest du im Internet bei beinahe jeder Diskussion, wo sich Esoteriker mit ihren Meinungen einbringen. So mein Eindruck.

    4. Moin
      sehe erst jetzt Deinen Kommentar. Es stimmt, es gibt diese „Wie blöd bist Du denn“ Reaktionen, wenn Esoteriker auf wissenschaftliche, skeptisch (?) denkende Menschen treffen, gerade in Onlinemedien. Aber was hat das mit den Vereinen zu tun? Ich denke nicht, dass das alles Vereinsmitglieder sind, oder sie von den Vereinen gesteuert werden.
      Was schon viel mit den Organisationen zu tun hat, ist IMHO die Bündelung der Informationen, der Organisieren von Aktionen und die Verbreitung von Informationen. Und das finde ich unterstützendswert.
      Grüße
      Der Rolf

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