Der 200ste Artikel & eine Zwischenbilanz

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Das alte Design…

Dies ist der 200ste Artikel in der Wissensküche! Ein schöner Anlass, um mal wieder zu berichten, was sich hinter den Kulissen tut. Ich erzähle über’s Re-Design, wie’s mit dem auswärtigen Bloggen so läuft und was ich über Werbung in der Wissensküche inzwischen denke.

Re-Design

Die Optik ist wahrscheinlich die offensichtlichste Neuigkeit. Vor ein paar Tagen habe ich der Wissensküche dieses Re-Design gegönnt. Mir gefiel das alte Theme zwar immer noch, aber da hat sich doch einiges getan in den letzten dreieinhalb Jahren.

So wird vor allem das Lesen per Smartphone und Tablet immer wichtiger. Es war also Zeit für ein Theme, das sich dem jeweiligen Lese-Gerät anpasst, sprich responsive ist. Auch musste das große Banner-Bild weichen, weil es für kleinere Bildschirme ungeeignet ist.

Entschieden habe ich mich wieder für das Standard-Theme von WordPress, nur eben das aktuelle (Twenty fourteen). Gefällt  mir ganz gut. Und es hat ein Feature, das ich mir ins alte erst per Plugin reinholen musste: dass die Seitenleiste immer sichtbar ist, auch auf den Seiten der einzelnen Posts .

Meine Blog-Außenstellen

Seit Oktober läuft eine Kooperation mit 1&1, web.de und gmx. Die drei Dienste haben eine gemeinsame Nachrichtenredaktion, für die ich seit einem halben Jahr regelmäßig Blog-Beiträge liefere (hier geht’s zu meinen Texte bei web.de und bei gmx – sind identische Inhalte bei beiden Diensten).

Ich finde diese Kooperation ganz bereichernd. Es bringt nicht nur ein wenig Geld in die Kaffeekasse, sondern vor allem Zugang zu einem viel größeren Publikum. Und dadurch ganz neue Erfahrungen, etwa in der Beobachtung der Leserströme.

Weil es prominente Links von den web.de und gmx-Seiten in die Wissensküche gibt, klickt immer ein Teil der Leser weiter zu mir. Wenn wieder ein Beitrag von mir drüben auf der Nachrichten-Startseite ist, dann kann ich das sofort am Ansteigen der Zugriffszahlen bei mir sehen. Interessant ist, von was die Höhe der Peaks abhängig ist. Die sagt natürlich was drüber aus, wie gut das Thema & der Text ankommen (oder wie sehr sich die Leute drüber aufregen…), aber ich kann allein an meinen Leserzahlen z.B. schon sehen, wie groß der Teaser für meinen Artikel auf der Startseite bei web.de ist.

Bis vor kurzem habe ich die Texte, die drüben erschienen sind, später auch hier in der Wissensküche veröffentlicht. Aber ich hab mir sagen lassen, dass Google das nicht mag. Das Stichwort ist duplicate content. Es heißt, die Seite würde dafür im Ranking abgestraft. Das will ich natürlich nicht.

Dass ich jetzt von der Wissensküche aus sofort verlinke (statt später den ganzen Beitrag zu bringen), hat auch den Vorteil, dass die Leute, wenn sie was besonders gut oder blöd fanden am Text, auch direkt die Möglichkeit haben, ihre Meinung abzugeben. Das ist drüben nicht möglich. aber wenn sie hierher finden eben schon.

Bei dem für meine Verhältnisse sehr intensiven Meinungsbeitrag Anfang März (Ich wünsche mir das Gute. Aber gibt’s das auch ohne Esoterik?) hatten z.B. viele das Bedürfnis mit zu diskutieren und so sammelten sich die Kommentare hier in der Wissensküche unter dem Teaser und Link nach drüben.

Und die Werbung?

Es macht immer noch Spaß in der Wissensküche herumzuwerkeln. Das Projekt wächst und entwickelt sich. Ich habe auch langsam raus, was an Werbung überhaupt funktioniert. Nicht dass dabei schon viel rum kommen würde. Aber zu lernen, mit welchen Werbe-Arten überhaupt Geld fließt, war auch schon ein gewaltiger Schritt, fand ich.

Man muss dazu sagen, dass es sehr schwierig werden würde, wollte ich mit der Wissensküche meinen Lebensunterhalt verdienen. Dafür sind ihre Themen zu wenig monetarisierbar, wie man so schön sagt. Aber es ist neben dem Ausprobieren neuer Formen, neben dem Lernen über Social Media und Google-Rankings, eben auch ein Aspekt des Projektes für mich, die Business-Aspekte des Schreibens im Internet kennenzulernen. Noch nicht, um finanziell jetzt viel rauszuholen, sondern um überhaupt erstmal die Möglichkeiten auszuloten.

Als die ersten paar Cent über Affiliate-Werbung auf meine Accounts reintröpfelten, war ich daher ganz elektrisiert. Vor allem, weil die Versuche davor so gar nicht funktioniert hatten. Ich hatte es nämlich mit Werbebannern versucht. Auf die klicken schon hin und wieder Leute. In den Shops was gekauft haben sie dann allerdings nie. Diese Art von Werbung brachte mir daher nichts ein. Denn nur wenn sich einige von denen, die draufklicken, auch zum Kauf entschließen, krieg ich ja überhaupt was dafür.

Zu ersten Käufen kam es erst als ich Werbung direkt in meine Artikeln einbaute, also tatsächlich über Produkte schrieb, sie vorstellte oder besprach. Nur Werbelinks, die auf diese Art von mir in meine Inhalte eingebettet werden, funktionieren auch, sprich: führen zumindest bei einem kleinen Teil der Leute auch zu Kauf-Entscheidungen.

Wenn man journalistisch sozialisiert ist, dann findet man solche Verquickung von Werbung und Inhalten sehr bedenklich. Es gehört zum Ethos des aufrechten Journalisten den Einfluss der Anzeigenabteilung auf den redaktionellen Teil so gering wie möglich zu halten, um die eigene Unabhängigkeit zu schützen. 

Ich war daher auch ganz schön am Zweifeln. Haben sie nicht recht? Bin ich nicht auch komplett käuflich, wenn ich das, was ich verdiene, direkt daran knüpfe, was die Händler mit ihrer Werbung bei mir tatsächlich verdienen? Mache ich mich dann nicht automatisch zum verlängerten Arm ihres Marketings? Ganz freiwillig und für ein Appel und ein Ei?

Ich denke aber inzwischen, es kommt – wie bei allem – drauf an, wie man es macht. Ich sehe durchaus auch Gefahren. Etwa die, dass ich in Versuchung gerate, Produkte positiver zu bewerten, als ich sie eigentlich finde, weil ich davon direkt profitiere, wenn sie dann mehr gekauft werden. Oder dass ich nicht das Produkt bespreche, was ich am besten finde, sondern das, bei dem ich am meisten Provision kriege.

Es gibt aber schon eine Haltung, die das vermeidet, finde ich. Ich hab gemerkt: Damit ich damit gut leben kann, muss die Rolle, die ich mit meinem Thema einnehme, eher mit der eines kleinen Fachhändlers vergleichbar sein. Mit jemandem, der mit Produkten Geld verdient, die er in seinem kleinen Laden verkauft. Als Beispiel habe ich den Fahrradladen bei mir hier um die Ecke vor Augen, der sich auf das Thema Kinder und Räder spezialisiert hat. In den Fällen, in denen ich da ein Laufrad gekauft habe oder einen Fahrradhelm, war ja auch klar, dass er natürlich seinen Teil daran verdient. Bei seiner Beratung hatte ich aber das Gefühl, dass er nur empfiehlt, wovon er überzeugt ist.

Wenn ich diese Haltung einnehme, finde ich, muss ich mich nicht mehr komisch fühlen, wenn ich mit Werbung im redaktionellen Teil Geld verdiene. Ich fürchte dann auch nicht mehr, dass es meine Unabhängigkeit einschränkt. Im Gegenteil. Wenn meine Rezensionen nicht nur gelesen werden, sondern es auch Leute gibt, die sich kaufen, was ich empfehle, dann kann ich das doch als Zeichen dafür nehmen, dass sie mir trauen. Dass sie mich als eine einschätzen, die ihnen nur zu dem rät, was sie selbst gut findet. So wie ich das bei dem Fahrradhändler auch empfinde.

Wenn allerdings nicht mehr die Trennung von Inhalt und Werbung das Entscheidende ist, sondern, dass ich hinter einer Werbung stehen kann, dann ändert sich einiges andere gleich mit, hab ich festgestellt. Das hat nämlich umgekehrt dazu geführt, dass ich inzwischen eine andere Art der Werbung nicht mehr einbaue: solche, die von außen mit Inhalt bestückt wird, wie die Boxen, die Google kontextsensitiv mit seiner Adsense-Werbung füllt.

Wenn ich selbstbewusst mit meinem Namen und Ruf für das einstehen will, was in der Wissensküche an Werbung erscheint, passen Anzeigen, über die ich keine Kontrolle haben, einfach nicht dazu. Jedenfalls stoße ich mich selbst eher an Widersprüchen zwischen Inhalten und Werbeaussagen, als an passender Affiliate-Werbung oder sogar Gesponsorten Posts, wenn sie handverlesen sind.

Und was meint ihr?

Wie gefällt euch das neue Design? Was meint ihr zur web.de-Kooperation? Und könnt ihr mit meinen Gedanken zu den Werbe-Formen was anfangen?

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