Tote Mauersegler, Amsel-Eltern in Panik & verwirrter Nachwuchs

Die Mauersegler sind wieder da. Schießen elegant kreuz und quer durch den Stadthimmel. Schön! Die sehe ich viel bewusster, seitdem wir dieses Bilderbuch von Anne Möller haben, das ich ja auch bei „Blogger schenken Lesefreude“ verlost hatte. Bei einem der Mauersegler hatten wir sogar mal die Gelegenheit ihn aus der Nähe zu sehen. Leider weil es ihn erwischt hatte. Warum auch immer. Ich fand ihn letzte Woche ohne Kopf am Straßenrand, als ich mit meinem Kleinen auf dem Weg zum Kindergarten war…

Junge_Amsel
Kein Foto von mir, sondern aus Wikipedia, aber etwa so groß ist auch der Amsel-Nachwuchs vor unserer Terrasse…

Heute gab’s dann die nächste Vogelgeschichte. Ich werkelte geruhsam in meinem Haushalt rum als gegen Mittag die Amseln ein solches Spektakel veranstalteten, dass ich tatsächlich auf die Terrasse rausgehen musste, um zu schauen, ob sie sich bei ihren Revierstreitigkeiten anfangen zu massakrieren.

Aber nein. Ich konnte grad noch sehen, wie sie mit viel Gezeter und wilden Angriffen eine Elster vertrieben, die – wie ich vermute – hinter dem Amsel-Nachwuchs her war.

Und es gab noch mehr Grund zur Beunruhigung für die Amsel-Eltern. Außer der Elster trieben sich noch ein paar andere potenzielle Nesträuber herum. So schaute das Krähen-Paar der Gegend schon neugierig vom Garagendach zu. Und der Eichelhäher flog zwischen den großen Bäumen im Hintergrund hin und her. – Was da wohl los gewesen ist?

Aber da war die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn als ich später am Esstisch saß, neben meinem Zweitklässler, der die Hausaufgaben machte, raschelte plötzlich was hinter ihm in dem großen Blumenkasten innen am Fenster. Irgendwas bewegte sich zwischen den Blättern. Etwas Puscheliges, Braun-Schwarzes. Ich stand auf und ging langsam näher. Maus? Ratte?… Puh, nein, nur ein Vogel!… Eine junge Amsel! Als sie mich kommen sah, hopste sie mit zunehmender Panik gegen die Scheibe und prallte immer wieder ab. Flatter, flatter. Schnell holte ich ein Küchenhandtuch, fing sie vorsichtig damit ein und ließ sie 30 cm weiter in der offenen Terrassentür wieder frei, von wo sie schnell und rufend in die Büsche flog. Sofort war eine erwachsene Amsel bei ihr. – Ob das Drama am Mittag die Jung-Amsel-Verirrung ausgelöst hatte?

Als mein Sohn später begeistert den Nachbarjungen von dem kleinen Amsel-Abenteuer erzählte, hatten andere Kinder gleich ihre eigenen Vogelgeschichten beizutragen… Bei uns war mal ein Specht drin. … Und bei uns ist letztens ein Spatz gegen die Scheibe geflogen…

Ganz schön was los bei unserer Großstadt-Vogelschar!

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2 Gedanken zu „Tote Mauersegler, Amsel-Eltern in Panik & verwirrter Nachwuchs“

  1. Wenn es interessant ist:
    Nun macht sich das kalte Wetter doch bemerkbar. Gerade ist unsere Stadt (Kolbermoor, 03./04. Juni 2013) an einer Hochwasserkatastrophe vorbei gegangen, da bahnt sich eine weitere Tragödie an:
    Das seit Jahren unter unserem Hausdach erfolgreich brütende Mauerseglerpaar ist vermutlich an Erschöpfung bzw. Insektenmangel heute Morgen verendet – es lag tot auf der Grundstückseinfahrt – und ich sehe auch keine anderen am Himmel … das ist ganz schön deprimierend…

    1. Ja, kann mir vorstellen, dass Dauerregen echt schwierig ist für Insektenfresser, die nur in der Luft jagen. Ist echt schade. Auch für euch. Ist bestimmt toll, welche unterm Dach zu haben!

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