Spielzeug für Fossilien-Fans

Kinderzimmer-Kampf der Urzeit-Tintenfische – Ammonit (links) vs. Belemnit (rechts)

Zumindest eine kleine Kiste der obligatorischen Zoo- und Bauernhoftiere hat jedes Kind. Bei Dino-Liebhabern steht zudem noch die eine oder andere Riesenechse im Regal. Aber andere ausgestorbene Tiere?

Ja, die gibt’s. Auch wenn die Dinos bei weitem überwiegen, finden sich in den Sortimenten der Plastiktier-Hersteller durchaus auch andere mehr oder weniger urzeitliche Tiere. Neben dem Riesen-Panzerfisch Dunkleosteus und den reptilienartigen Gorgonopsiden, dem gürteltier-ähnlichen Glyptodon und dem Riesenrüssler Amebelodon finden sich natürlich auch Mammuts und Säbelzahntiger.

Für kleine (und große) Fossilienklopfer interessant sind auch die Ammoniten- und Belemnitentiere, die von Bullyland angeboten werden. Die Spielzeugläden, die ich kenne, führen die zwar nicht. Aber als ich auf der interessanten Belemniten-Seite eines Chemie-Profs auf ein Bild gestoßen bin, habe ich sie mir gleich bei Amazon*
bestellt.

Dachte, sie machen sich vielleicht mal ganz gut im Schaukasten mit den Fossilienfunden der Familie. Bisher leisten die beiden Urzeit-Plastik-Viecher zwar eher im Sandkasten ihren Dienst, wenn mal wieder Gehege gebaut werden (jahaa, für alle Tiere, auch für die ausgestorbenen…) Sollte ich aber doch mal den bisher leeren Schaukasten aus dem Keller holen, der seit 12 Jahren darauf wartet bestückt zu werden, würde sich doch der Belemniten-Fund vom diesjährigen Ostsee-Urlaub ganz gut machen neben dem Tiermodell von Bullyland, finde ich.

Belemniten-Fund vom Ostseestrand neben dem Modell des Urzeit-Tieres von Bullyland

Meist ist ja von Belemniten-Tieren nur die Spitze des Innenskeletts erhalten (dieses Rostrum ist übrigens bei heute lebenden Tintenfischen auch vorhanden, aber viel, viel kleiner, nur noch als winzige Spitze am Schulp). Es gibt aber wohl ganz selten Funde, wo auch Weichteile erhalten geblieben sind, so dass man bei Belemniten eine gute Vorstellung von der Körperform hat und weiß, wie die Fangarme aussahen. Im Bestiarium von Markus Bühler, das ich gerade entdeckt habe, gibt’s einen schönen Beitrag dazu. Dort habe ich auch gelernt, dass Belemniten-Tiere nicht – wie heutige Tintenfische – Saugnäpfe an ihren Armen hatten, sondern Chitinhaken. Das kann man am Bullyland-Modell auch erahnen.

Ironischerweise weiß man von den eigentlich bekannteren Ammoniten viel weniger. Man nimmt an, dass auch sie Fangarme hatten, aber es ist noch nie ein Fossil gefunden worden, bei denen sie erhalten geblieben wären. Waren sie zu dünn? Zu kurz? Hier hatten die Gestalter bei Bullyland also volle künstlerische Freiheit. Vielleicht sahen Ammoniten-Tiere so aus wie im Modell. Vielleicht aber auch gaaaanz anders …

* mit dem Sternchen kennzeichne ich Partner-Links im Text (mehr dazu im Werbe-Disclaimer)

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