Fotografieren lernen: Bitte, so wenig Technik wie möglich!

Manche schwelgen ja in Zahlen und Fakten. Sie lieben den Austausch über das Beste, Schnellste, Höchste. Je detailreicher, desto besser. Bei mir ist es genau umgekehrt. Technik um der Technik willen lässt mich vollkommen kalt. Ohne nachzuschauen kann ich zum Beispiel nicht sagen, was für ’ne Kamera  ich habe. Wie die heißt, was die kann. Was sie für ein Objektiv hat, welcher Chip da reinkommt. Ich vergesse so was. Es interessiert mich  einfach nicht.

Das wär‘ nicht problematisch, wenn ich nicht das unbedingte Bedürfnis hätte, gute Fotos zu machen. Schöne, richtig belichtete, wunderbar passende Fotos. Aber diese tolle Spiegelreflex machte einfach nicht immer, wie und was ich mir vorstelle – zumindest nicht im Automatik-Modus. Ich wusste, dass ich mich mit so Sachen wie Blende, Belichtung und Brennweite auseinandersetzen muss, aber der Blick ins Handbuch frustrierte mich immer sofort.

Um das Problem mal anders anzugehen, hab‘ ich im Februar/März einen Fotokurs am Nürnberger Bildungszentrum gemacht (das, was anderswo Volkshochschule heißt).

Und das war genau das Richtige. Nicht, dass es wenig um Technik ging. Nein, es ging eigentlich ständig darum. Aber irgendwie in der richtigen Dosis. Und vor allem mit Rückfragemöglichkeit.

War übrigens der Kurs „Grundlagen der Fotografie“ bei Gert Klaus (hier gibt’s eine Übersicht seiner verschiedenen Fotokurse). Besonders gefallen hat mir da die Abwechslung zwischen Theorie und Praxis. Zu den drei Themen Belichtung, Objektive/Brennweiten und Nachtaufnahmen gab’s jeweils eine Einführung, ’ne Exkursion, sowie noch ’ne Nachbesprechung der dort gemachten Fotos.

Seitdem weiß ich endlich, wie man die Verschlusszeiten manuell einstellt und welchen Einflüsse die Blendenzahl darauf hat. Ich weiß, wie man bei Dämmerung Licht und Stimmung einfängt und die Leute in der Nähe trotzdem erkennbar macht durch schwaches Reinblitzen.

Durch das ständige Selbst-Ausprobieren konnte ich mir sogar merken, wie ich das mache, dass bei Nahaufnahmen nur der Vordergrund scharf ist, aber hinten alles schön unscharf (kleine Blendenzahl, ganz rangezoomt). Und da ich das seither bei vielen Fotos für’s Blog anwende, verlerne ich es auch nicht mehr.

So wunderbar ich das schon finde, wenigstens ein paar Knöpfe und Regler mehr zu kennen, es ist auf jeden Fall noch ausbaufähig, denke ich. Daher hab‘ ich mich jetzt schon mal zum Fortgeschrittenen-Kurs im Herbst angemeldet… natürlich wieder bei Gert Klaus. Für noch ’n Paket Technik im Dienste der ästhetischen Illustration hier in der Wissensküche… 😉

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4 Gedanken zu „Fotografieren lernen: Bitte, so wenig Technik wie möglich!“

  1. Hallo Brynja,
    das hast Du aber nett geschrieben! Vielen Dank! Schön, dass Du wieder in einen Kurs kommen magst – und im Fortgeschrittenen Kurs gibt´s auch nicht mehr so viel Technik. (Ich versuche auch inzwischen, die Technik als „Bildgestaltung“ zu verpacken ;-).
    Liebe Grüße,
    Gert

  2. Ach, das machst du schon richtig. Um ein bisschen Technik kommt man ja nicht drumrum. Das seh‘ ich ein, auch wenn ich hier rumjammer… 😉 Bei dir hatte ich aber auch nie das Gefühl, dass es Technik um der Technik willen ist, um höher, schneller, weiter, um diese langweilige Fachsimpelei, sondern dass du die Grundlagen vermittelst, die ich brauche, um im Foto den Effekt zu kriegen, den ich haben will. Wenn du das dann noch „Bildgestaltung“ nennst, verdaut sich das natürlich noch mal besser… 😉

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