Gentech – ja, und?

Es ist wirklich nicht so, dass ich mich gerne unbeliebt mache. Ähnlich wie beim Thema Homöopathie, gehe ich Diskussionen zu „Genfood“ gerne aus dem Weg. Standard-Meinung ist ja bekanntlich, dass Gentechnik gefährlich ist. Bisher spricht da nicht so viel für. Aber das interessiert niemanden. Das darf man auch nicht sagen. Denn „die Langzeitfolgen sind natürlich unabsehbar“. Was soll man diesem Totschlag-Argument schon entgegensetzen?

Also halte ich die Klappe, sobald es um gentechnisch veränderte Organismen geht. Lass das Thema schnell vorbei schwimmen. Lass sie bitte nicht so lang reden, diese gut ausgebildeten Mittelschichts-Dogmatiker mit ihrem unheilschwangeren Ton. Doch da sitzen sie zum argumentativen Sprung bereit, die Augen etwas zu weit geöffnet, die Empörung griffbereit, erfüllt mit einer Sicherheit des Glaubens, die einen Zeugen Jehova vor Neid erblassen ließe.

Wie können die sich nur so sicher sein?, frage ich mich immer. Bin ich abgestumpft, weil man an Bio-Instituten an der Uni wohl durch keinen Gang gehen kann, ohne an gv-Tieren vorbeizugehen? Vorbei an Gewächshäusern mit einer gv-Pflanze neben der anderen. Vorbei an Brutschränke voller gv-Fruchtfliegen. Ja, vorbei an ganzen Gebäuden für gv-Mäuse für die biomedizinische Grundlagenforschung. Das muss mich natürlich unempfindlich gemacht haben für die „natürliche Grenze, die die Gesellschaft hier überschreitet“.

Aber jetzt nur mal so angenommen, rein theoretisch natürlich: Was wäre denn, wenn an gentechnisch veränderten Lebewesen gar nichts Schlimmes, Diabolisches dran wär? Was wäre, wenn Biotech wirklich nur eine weitere Produktionsmethode in unserer technischen, industrialisierten Welt wäre?

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2 Gedanken zu „Gentech – ja, und?“

  1. Danke für den Link. Ich denke, so manchem wird es schwerfallen Herrn Stadler zuzuhören, weil er ihre religiösen Gefühle verletzt. Aber seine zugrunde liegende Analyse stimmt einfach. Die Argumente der Gentechnik-Gegner bewegen sich auf der Ebene des Glaubens – unerreichbar für eine rationale Diskussion. Das muss einen als Wissenschaftler wütend machen. Sie entziehen sich in eine Welt des Dogmas, mit einigen gesetzten Grundannahmen, die durch keinerlei Argument entkräftbar wären.

    Und sie streuen Ängste auf fruchtbaren Boden. Denn wer kennt sie nicht, die zahlreichen Geschichten von anmaßenden Forschern, deren Größenwahn nach hinten los geht. In denen die Natur sich rächt. In denen hilflose Wissenschaftler, die Kontrolle über ihre Geschöpfe verlieren.

    Bald dürfen wir uns diese uralte Geschichte wieder ganz neu im Kino ansehen. „Rise of the Planet of Apes“ (2011) ist die Vorgeschichte wie die Erde zum „Planet der Affen“ wurde. Forscher auf der Suche nach Heilung für menschliche Krankheiten machen Affen intelligenter als sie sein sollen. Die Überaffen entkommen aus dem Labor und treten die Weltherrschaft an. Dabei sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, dass man an der Schöpfung nicht so herumpfuschen darf. Hätten sie mal auf die Kassandra gehört, die schon im Trailer sagt: „This is wrong. Some things are not meant to be changed.“

    http://www.youtube.com/watch?v=f8D2NIGEJW8

    Diese Angst vor den Folgen menschlicher Hybris sitzt tief . Und sie wurzelt ganz bestimmt in biblischen Geschichten. Wer sich Gottes Macht anmaßt, wird bestraft. Das weiß doch jeder!

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