Writing Tools

Ich lese seit Wochen etwa zehn Bücher gleichzeitig. Abwechselnd mal das eine ein bisschen und mal das andere, vor allem Schreibratgeber, die ich mir im Herbst bestellt hatte um wieder in Gang zu kommen mit der Schreiberei. Gestern war es nun so weit und ich habe endlich eins, von dem ich sagen kann, dass ich es ganz gelesen habe:“Writing Tools“ von Roy Peter Clark.

Buchcover: Writing Tools von Roy Peter ClarkDas Buch gibt es auch in deutscher Übersetzung. Da heißt es „50 Werkzeuge für gutes Schreiben – Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter“. In der deutschen Ausgabe gibt es noch eine Ko-Autorin, Kerstin Winter. Ich vermute, dass sie die Anpassung an die deutsche Sprache gemacht hat, wo ein reines Übersetzen der Tipps nicht gereicht hätte.

Außer Vermutungen hab ich zur deutschen Ausgabe nicht viel anzubieten… Hab’s mir in der englischer Ausgabe bestellt – teils weil’s die Taschenbuchausgabe für die Hälfte des deutschen Hardcover-Preises gibt, teils weil ich auch ganz gerne mal im Original lese. Und es war auch sehr angenehm zu lesen. Kann mich jedenfalls an keine für mich unverständliche Stelle erinnern.

Ich habe „Writing Tools“ vor allem als Bettlektüre genossen. Wegen der kleinen Kapitel eignen es sich dafür besonders gut, fand ich. Es ist ein allgemeiner Schreibratgeber. Man merkt natürlich, dass Roy Peter Clark Journalist ist, aber während andere Schreibratgeber oft einen Schwerpunkt auf fiktionalem Schreiben haben, liefert Clark wirklich Werkzeuge, die für jede Art von Schreiben nützlich sind. Zumindest fühlte ich mich an keiner Stelle ausgeschlossen, auch wenn ich „nur“ Sachtexte schreibe. (Erinnere mich da mit Staunen an Sol Steins Annahme in „Über das Schreiben“, dass letztlich auch jeder Non-Fiction-Autor den heimlichen Wunschtraum hege, DEN Jahrhundertroman zu schreiben. Naja, ich jedenfalls nicht.)

An den Writing Tools hat mir auch gefallen, dass es Tipps für Verbesserungen auf jeder Ebene des Schreibens bietet, von den basalsten Werzeugen der Sprache bis zu nützlichen Schreibroutinen im Alltag. Dabei sind es die auf den ersten Blick unscheinbarsten Themen, die mich am nachhaltigsten beschäftigen. Die Wirkung der Reihenfolge von Subjekt, Prädikat, Objekt im Satz. Die Magie der Zahlen in der Anzahl von Elementen, etwa in Aufzählungen. Wie die Satzlänge mit dem Erzähltempo zusammenhängt. Wie man Leser auf starke Schlussfolgerungen am Ende vorbereitet. Wie man mit der leidigen Aufschieberitis umgeht und welche Art von Probelesern man in einem Kreis von Unterstützern brauchen kann. Und das sind nur sechs der fünfzig Werkzeuge!

Für mich ist das Buch das beste und nützlichste was ich bisher an Schreibratgebern im Regal stehen habe. War einiges Neues dabei und einiges, was ich noch nie in dieser Kürze und Prägnanz gelesen habe. Sehr zu empfehlen für alle, die sich und ihr Schreiben weiterentwickeln wollen.

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